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Forschungskooperation für die Energiewende

Die Verknappung von Rohstoffen, steigende Energiepreise, der Klima- sowie der demographische Wandel zwingen auch die Bauwirtschaft zur Entwicklung nachhaltiger Zukunftskonzepte. Eine zentrale Rolle spielt hier die Steigerung der Effizienz von Gebäuden und zwar nicht nur im Sinne des Energiebedarfs, sondern auch in Bezug auf Aspekte wie die Steigerung der Behaglichkeit im Wohn- und Arbeitsumfeld. Das Fraunhofer IBP und die Ohm-Hochschule werden in Nürnberg künftig neue Forschungsgebiete erschließen. Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben im Rahmen seiner Förderung in Höhe von insgesamt 8,93 Millionen Euro für das Teilprojekt "Building" des Energie Campus Nürnberg.

Katja Hessel mit Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Institutsleiter des Fraunhofer IBP und Prof. Dr. Michael Braun, Präsident der Ohm-Hochschule Nürnberg

Mit der Forschungsgruppe "Building«" erfährt inzwischen der neunte Forschungsbereich des Energie-Campus Nürnberg (EnCN) eine Förderung durch den Bayerischen Staat. Das Forschungsprojekt "Building" wird koordiniert von Prof. Dr. Wolfgang Krcmar von der Nürnberger Ohm-Hochschule. Er erläutert die Hintergründe des neuen Projekts: "Rohstoff-Ressourcen werden knapper und Primärbrennstoffe teurer, die Energiepreise für die Beheizung von Wohn- und Nichtwohn-Gebäuden steigen, müssen aber auch in Zukunft finanzierbar bleiben. Hinzu kommen Klimawandel und die demographische Entwicklung. Alles zusammen zwingt auch und gerade die Bauwirtschaft zur Entwicklung nachhaltiger Zukunftskonzepte." Genau hier setzt das Forschungsprojekt "Building" des EnCN an. "Neubauten sind nur ein geringer Teil des Gebäudemarkts, daher ist es unser Ziel, die Energieeffizienz-Sanierungen von Bestandsgebäuden von zwei auf vier Prozent zu steigern", so Prof. Dr. Wolfgang Krcmar. Erreicht werden soll dies u. a. durch die Entwicklung von innovativen Produkten und Systemen, zum Beispiel neue Wärmedämm- und Wandbaustoffe sowie durch integrierte Gebäudeleittechnik und Berücksichtigung des Nutzerverhaltens. Weitere Aufgaben sind die regelungstechnische Verknüpfung künftiger Energieflüsse und Energiewandlungsprozesse im Gebäude oder der Einsatz von regenerativer Wärme bzw. Kälte für die Gebäudeklimatisierung. "Und bei all dem möchten wir auch noch die Sanierungskosten um 25 Prozent senken", schließt Prof. Dr. Krcmar.

EnCN - Energie Campus Nürnberg e.V.

Modellhaft ist die enge Zusammenarbeit zwischen der Ohm-Hochschule und dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik. "Unsere Fraunhofer-Projektgruppe wird unter dem Dach des Energie Campus Nürnberg eng mit der Ohm-Hochschule zusammenarbeiten", erklärt Prof. Dr. Klaus Sedlbauer vom Fraunhofer IBP. Zentrales Element bildet dabei die Projektgruppe "Systemintegration effiziente Gebäude" des Fraunhofer IBP, die mit mehr als vier Millionen Euro den größten Anteil des aktuellen Zuwendungsbescheids erhält sowie mit einer Professur an der Ohm-Hochschule ausgestattet wird. Angrenzende und überlappende Themenfelder sind die ebenfalls neu zu schaffenden Professuren "Gebäudeintegration" und "Energieeffiziente Systeme". Darüber hinaus werden die Forschungsarbeiten durch Projekte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ergänzt. Zusätzlich wird ein eigenständiger Forschungsbereich "Energieeffiziente Werkstoffe / Altbausanierung" der Fakultät Werkstofftechnik der Ohm-Hochschule im EnCN aufgebaut und ebenfalls mit einer Professur besetzt.

"Die Gebäudesystemtechnik hat eine hohe Bedeutung für die urbanen Herausforderungen der Zukunft, weist aber gleichzeitig eine geringe industrielle Organisation auf. Der Forschungsbedarf ist hier sehr groß. Dabei geht es nicht nur um einen effizienten Einsatz von Energie, vielmehr müssen Gebäude in Zukunft für die Nutzer optimale Arbeits- und Wohnumgebungen bereitstellen. Um diese Effizienz zu erzielen, ist eine weitere Entwicklung von innovativen Produkten und Systemen bis hin zu gesamten Gebäudekonzepten unumgänglich", betont der Leiter des Fraunhofer IBP, Prof. Dr. Klaus Sedlbauer. Das Fraunhofer IBP besitzt eine fundierte bauphysikalische Expertise und beschäftigt sich unter anderem mit Fragen des Raumklimas, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Optimierung der Lichttechnik sowie der Entwicklung von anlagentechnischen Komponenten. Von diesem jahrzehntelangen Know-how wird auch die neue Projektgruppe in Nürnberg profitieren.

"Mit der Gründung der Projektgruppe "Systemintegration effiziente Gebäude" tragen die Beteiligten zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung bei, die auf eine radikale Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen abzielt und den Umbau der Energieversorgung auf regenerative Energieträger anstrebt", erklärt Prof. Dr. Klaus Sedlbauer die Relevanz der künftigen Forschungsarbeit am EnCN, denn Gebäude sind heute für einen Großteil aller CO2-Emissionen verantwortlich. Allen Kooperationspartnern und neuen Forschungsgruppen gemein ist die Forschung für die Praxis. "Die Forschungsgruppe "Building" ist sehr gut aufgestellt und deckt mit ihren verschiedenen Arbeitsgebieten alle Fragestellungen zur Energieeffizienz von Gebäuden ab", berichtet Prof. Dr. Wolfgang Krcmar. "Wir machen keine Berichte für die Schublade; unsere Forschungsergebnisse werden umgesetzt."

Weitere Informationen finden Sie hier

 

Bildmaterial:
Foto: Die Bayerische Staatssekretärin für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Katja Hessel mit Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Institutsleiter des Fraunhofer IBP (links) und Prof. Dr. Michael Braun, Präsident der Ohm-Hochschule Nürnberg (rechts); Rechte: Georg-Simon-Ohm-Hochschule, Nürnberg
Grafik: EnCN - Energie Campus Nürnberg e.V.

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