You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Frästechnik für Flagship Store in Berlin

Foto: Stefan Maria Rother, Berlin

Der neue Flagship-Store des Labels Cinque liegt im Herzen von Berlin, benachbart zu den stylischen Läden von Adidas, Boss Orange und Strellson. Auf rund 125 Quadratmeter Verkaufsfläche werden hier die Kollektionen Donna, Uomo sowie Shoes & Accessoires präsentiert.

Das mit diesem Flagship-Store neu entwickelte Shopkonzept realisierte man gemeinsam mit dem Architekturbüro Pankrath aus Berlin. Es wurde individuell für diesen Ort entworfen und umgesetzt. Die Vorstellung des Auftraggebers war es, die Markeninhalte von Cinque: innerlich leidenschaftlich und emotial, äußerlich stets smart und lässig, räumlichen zu inszenieren. Der Charakter der Räume sollte innovativ, zeitlos, originell, cool, aber nicht kalt, authentisch, selbstverständlich und eigenständig sein – eine Fülle von Eigenschaften, die es galt, in konkrete Architektur umzusetzen. Idee war es, den Store als räumliches Cinque-Logo fungieren zu lassen. Dazu sollten in erster Linie die Logo-Farben, schware Buchstaben und eine rote Linie, verwendet werden. Wie maßgeschneidert fügt sich die Innenarchitektur in den vorhandenen Grundriss des Ladenschäfts und bietet damit einen perfekten Hintergrund für die Inszenierung der Waren.

Den Eingangsbereich unterstreicht eine rote Linie, die flächenbündig in den schwarzen Boden eingelassen wurde. Sie zieht sich von der Eingangstür über die Wand bis zur Decke. Ein schlichter schwarzer Tresen nimmt die Kunden in Empfang und leitet sie in den länglichen Verkaufsraum. Offenheit und Klarheit stehen im Vordergrund. Mittig hängt zur Warenpräsentation ein »Laufsteg« aus schwarzem Vierkantstahl von der Decke herab. Über eine Länge von 9 m wird der Kunde somit verführt, an den ausgestellten Waren in der Raummitte und den Seitenwänden entlangzuflanieren. Am Ende leuchtet das Cinque-Logo grau in schwarz über einer Spiegelwand, wohinter sich die Umkleidekabinen befinden. Weitere Spiegelflächen im Raum verwischen die orthogonalen Kanten und lassen den Raum unendlich erscheinen.

Die Beleuchtung erfolgt, bis auf wenige mittig platzierte Objekte, indirekt über die helle Decke und die hinterleuchteten Wandpaneele. In den hell erleuchteten Nischen der wandfüllenden Einbauten aus hellen Eternitplatten wird die Mode fast schwebend in der Wand in Szene gesetzt. Als zusätzliches Gestaltungselement für die Wände fungieren graue Eternit-Fassadentafeln Natura in die dreidimensionale Fugenrasterbilder eingefräst sind. Je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel werden ausgesuchte Ausschnitte früherer Schwarz-Weiß-Fotokam­pagnen sichtbar. Bei diese Bildvorlagen wurden in gewissen Abständen die 256 Graustufen analysiert und mittels einer speziellen Fräs-Software auf die Eternitplatten übertragen. Der jeweilige Grauwert wird dabei in eine bestimmte Frästiefe umgerechnet. Da es sich dabei um einen V-förmigen Fräser handelt, entstehen reliefartige Vertiefungen. Die hellen Grautöne werden nicht so tief und nicht so breit gerfräst wie die dunklen, so dass die Bildvorlage wie ein 3D-Druck abgebildet wird.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 5/2009

Material und Oberfläche

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.