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Freie Form brennt schwer: Biokunststoff-Fassadenelemente

Die Mischung bleibt geheim, doch sie hat es in sich: Mit dem neuen Biokunststoff des Instituts für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen ITKE ist der Universität Stuttgart ein echte Innovation gelungen. Im Rahmen der Preisverleihung des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ wurde am 17. Oktober 2013 ein Fassadenabschnitt aus Elementen eingeweiht, der aus dem neuen Material besteht.

Biokunststoffe sind viel älter, als wir oft glauben: Einer der ersten Kunststoffe überhaupt war das Zellulose-basierte Celluloid, aus dem bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Gegenstände und Halbzeuge gefertigt wurden. Auf Grund seiner leichten Entflammbarkeit wurde es jedoch bald durch Mineralöl-basierte Kunststoffe – wie Polyethylen oder Polypropylen beziehungsweise Plastik – ersetzt. Ressourcenknappheit und vor allem die mangelnde Kompostierbarkeit lassen Wissenschaftler heute jedoch verstärkt nach biologisch basierten und wiederverwertbaren Kunststoffen forschen. Mit einem Fassadenelement aus   Biokunststoff ist dem Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen ITKE der Universität Stuttgart nun solch eine Erfindung gelungen.

Der Biokunststoff besteht zu 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, die genaue Zusammensetzung darf jedoch auf Wunsch der Projektpartner nicht verraten werden. Die besonderen Eigenschaften des neuen Materials bestehen in seiner Verformbarkeit – es ist thermoplastisch –, der Witterungsbeständigkeit und der schweren Entflammbarkeit: Drei Eigenschaften, die im Bereich des Bauens äußerst relevant sind. Gleichzeitig ist das Halbzeug – der Biokunststoff wird als Fassadenplatte angeboten – rezyklierbar: Zu Granulat geschrotet kann er erneut erhitzt und verformt werden. Die Fassadenplatten tragen der Entwicklung frei formbarer Geometrien und Körper im Bauwesen Rechnung, sie werden einerseits ebenmäßig angeboten, lassen sich aber auch mit Reliefs oder 3D-Effekten versehen. Die Platten können durch Tiefziehen in Form gebracht werden und stellen so eine Alternative zu herkömmlichen Modulen aus Erdöl-basierten Kunststoffen dar.

Der neue Biokunststoff entstand in Kooperation mit Architekten, Produktdesignern, Fertigungs- und Umwelttechnikern. An dem Forschungsprojekt beteiligt waren die Firmen Tecnaro, Bauer Thermoforming, spek Design sowie das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart.

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