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Andrew Power, Einfamilienhaus, Sydney

Freiraum inbegriffen: Einfamilienhaus bei Sydney

Das ganzjährig milde Klima hat in der australischen Provinz New South Wales eine charakteristische Wohnhausarchitektur mit sehr viel intensiverem Außenbezug entstehen lassen, als dies in Mitteleuropa üblich ist. Auch das Wohnhaus, das Andrew Power für ein Rentnerehepaar in Red Head rund 50 km nördlich von Sydney geplant hat, steht in dieser Tradition.

Der Holz- und Stahlskelettbau gliedert sich in drei Abschnitte: den großen Wohnraum in der Mitte sowie zu beiden Seiten je eine Suite mit Schlafzimmer und Bad für die beiden Hausherren und ihre Gäste. Der »Master Bedroom« und das dazu gehörige Bad sind durch eine überdachte, aber zu beiden Seiten offene Vorhalle miteinander verbunden. Den Übergang zwischen Wohnraum und Gästetrakt bilden ein offener Innenhof und eine schmalere Veranda auf der Südostseite.

Nach dem Willen des Architekten soll die Dreigliederung des Raumprogramms für Pausen in den täglichen Routinen der Bewohner sorgen und dadurch das Nachdenken anregen: »Das plötzliche Bewusstsein, sich zwischen zwei Momenten zu befinden, kann die Routine unterbrechen. Wir erinnern uns dann möglicherweise an etwas, was wir tun wollten, oder werden an etwas Wichtiges erinnert. Das ist der Zweck dieser Leeräume«, so Andrew Power.

Im Gegenzug sind die drei Gebäudetrakte durch Blickachsen eng miteinander verbunden. Die Türen in Querrichtung des Gebäudes fluchten genau miteinander und auch die Anordnung der Stützen folgt einem einheitlichen Raster. Das Haupttragwerk des Hauses besteht aus Holz. Lediglich in der Halle, wo größere Spannweiten zu überbrücken waren, griff Power auf Stahlprofile zurück. Die Fassaden sind mit Faserzementplatten und Holz verkleidet; die inneren Wandoberflächen mit weiß gestrichenem Holz und Gipskarton.

Zur Entwässerung der flach auskragenden Walmdächer griff Andrew Power auf eine regelrecht hemdsärmelige Lösung zurück: Ein handelsübliches PVC-Fallrohr wurde mithilfe heißen Wassers biegbar gemacht und so in die gewünschte Kurvenform gebracht.

Angesichts des schlichten Äußeren überrascht die Extravaganz, mit der Power das Badezimmer der Hausherren gestaltete: Dusche und WC erhielten eine Bodenverkleidung aus rotem Marmor, die sich in der Dusche bis in Hüfthöhe die Wand heraufzieht. Die Duscharmaturen sind vor ein beigefarbenes Wandfeld gesetzt wie ein Bild in einen Rahmen. Alle Ausstattungselemente - die Dusche, der Toilettensitz, Waschtisch und Spiegelschränkchen – sollten nach dem Willen des Architekten eine eigene Anatomie erhalten wie die unterschiedlichen Organe eines Körpers. Daraus erklärt sich ihre Farb- und Materialvielfalt sowie die Formgebung, die Schlichtheit mit Retro-Design verbindet. Um den Bezug zu Formen des Lebens weiter zu betonen, sind die Objekte jeweils zu streng spiegelsymmetrischen Ensembles gruppiert.

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