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Latz + Partner, Biomedizinisches Centrum München

Freiraumgestaltung des Biomedizinischen Centrums München

Am nördlichen Rand des Campusgeländes galt es den Neubau, inklusive der Außenanlagen in das bestehende Ensemble zu integrieren und dieses weiterzuführen. Die an die Landschaftsarchitekten Latz + Partner gestellte Aufgabe bestand vor allem darin die Freiräume neu zu gestalten und Ausgleichsflächen zu schaffen.

Je nach Ort und Lage fiel die Wahl der Neupflanzungen unterschiedlich aus, vor allem ist die heimische Flora vertreten. Der neu angelegte Parkplatz wird von Baumreihen aus Pappeln, Kirsch- und Birnbäumen gesäumt, die sich zu verschiedenen Segmenten zusammenreihen. Der Campusplatz wird von drei Seiten durch Gebäude begrenzt und nach Osten hin von einem Erdwall abgeschlossen. Die Aufschüttung ermöglicht spätere Erweiterungen durch Gebäude. Dahinter beginnt der neu angelegte Park mit Eichen und Hainbuchen und großzügigen Magerwiesen. Diese zwischen dem Universitätsgelände und der angrenzenden Wohnbebauung angelegte ökologische Ausgleichsfläche dient gleichzeitig der Naherholung für Studenten, Forscher und Anwohner.

Ziel der Landschaftsarchitekten ist es, die Freiflächen nicht nur mit Pflanzen zu bespielen und neue Infrastrukturen zu schaffen, stets geht es darum technische Funktionen zu integrieren und die Außenanlagen für die öffentliche Nutzung attraktiv zu machen. Die zentrale Grünfläche lädt zum Frisbee spielen oder zum Picknick in der Mittagspause ein. Sie wird von einem Betonsockel gesäumt, der ebenso wie die Holzbänke und die Steintische direkt vor dem Gebäude des Biomedizinischen Centrums als Sitzgelegenheit dient und zugleich die Niveauunterschiede zwischen Wiese und Erschließungsfläche begleicht. In den Rasen integrierte Betonelemente und eine Sitz-Skulptur aus Ortbeton im Übergangsbereich zwischen Gebäude und Magerwiese vervollständigen die Aufenthaltsmöglichkeiten.

Innerhalb des Gebäudes befinden sich verschieden große Innenhöfe, die es ebenfalls zu gestalten galt. Hier kommen vor allem Farne und Kletterpflanzen zum Einsatz, die wenig Licht und viel Schatten vertragen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Entwässerungskonzept. Das Regenwasser fließt über  Fallrohre in diverse offene Rinnen und gelangt, dem Oberflächengefälle folgend, in den schmalen Wasserkanal, der sich entlang der Hauptachse erstreckt. Bei zu großen Niederschlagsereignissen läuft das überschüssige Wasser in ein weiteres Rinnensystem und versickert schließlich im Boden der abgesenkten Wiese und wird so wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt. Im Bereich des Audimax läuft das Regenwasser direkt an der Fassade herunter und versickert in der Grünfläche. Die dort gepflanzten Bäume, Erlen, Kiefern und Birken, sind so gewählt, dass sie Überflutungen standhalten können. Die selbsterhaltende Funktionsweise des Systems ist nachhaltig und kommt mit einem geringen Unterhaltungsaufwand aus.

Das Beleuchtungskonzept der Außenanlage stammt ebenfalls von Latz + Partner. In die Wasserbecken integrierte Spots sorgen, zusammen mit großen Strahlern, auf dem Campusplatz für eine angenehme Lichtatmosphäre.

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Weitere Informationen:

In Zusammenarbeit mit Latz Riehl Partner Landschaftsarchitekten (LP 6-9)
Architekten: K9 Architekten, Freiburg
Fläche: 9,87 Hektar

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