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Fünf Architekten erhielten »Brick Award 2012«

Wienerberger vergab am 3. Mai 2012 zum fünften Mal seinen international ausgelobten Preis für herausragende Beispiele moderner Ziegelarchitektur. Vom olympischen Umspannwerk bis zum eigenhändigen Umbau einer Ruine reicht die Bandbreite der prämierten Projekte.

Brick Award 2012
Die Gewinner bei der Gala zur Preisverleihung

Vergeben wurde der Brick Award 2012 in den Kategorien »Speziallösung mit Ziegel«, »Einfamilienhaus«, »Nicht-Wohnbau«, »Wohnbau« und »Umbau«.

Der Jury gehörten folgende Architekten an:

  • Plamen Bratkov (Bulgarien)
  • Rudolf Finsterwalder (Deutschland)
  • Hrvoje Hrabak (Kroatien)
  • John Foldbjerg Lassen (Dänemark)
  • Zhang Lei (China)

Hauptgewinner und Gewinner der Kategorie »Speziallösung mit Ziegel«
Mapungubwe Interpretation Centre (Besucherzentrum/Museum), Mapungubwe National Park, Südafrika
Architekten: Peter Rich mit Michael Ramage und John Ochsendorf, Johannesburg

Mapungubwe Interpretation Centre (Besucherzentrum/Museum), Mapungubwe National Park, Südafrika
Mapungubwe Interpretation Centre (Besucherzentrum/Museum), Mapungubwe National Park, Südafrika, Foto: Peter Rich

Das Ziel war die Schaffung einer Ausstellungsfläche im Nationalpark – seit 2003 UNESCO Welt-Kulturerbe – auf der die Fundstücke in ihrer ursprünglichen Lage ausgestellt werden können. Das Besucherzentrum interpretiert historische Gewölbetechniken neu und verwendet dazu höchst ausgereifte, wissenschaftlich fundierte Bauweisen. Als Basis analysierte der Architekt in Zusammenarbeit mit der University of Cambridge, UK, und Massachusetts Institute of Technology, USA, die mediterrane Kuppel. „Die Balance zwischen Lowtech und Hightech sowie die Bezüge zu der außergewöhnlichen Landschaft ließen eine Architektur mit einer universellen und zeitlosen Dimension entstehen,“ sagt Jury-Mitglied Hrvoje Hrabak.

Über seine Architekturtätigkeit hinaus engagiert sich Peter Rich für die Region und forscht über die Siedlungen der Völker der Ndebele, Bantwane und Tswana: „Ich schaue mir ihre Räume an und entwerfe etwas, dessen Philosophie aus der Sinnlichkeit des Ortes herrührt.“ Deshalb legte das Büro Peter Rich großen Wert darauf, die lokale Bevölkerung in die Realisierung einzubinden. Für den Bau des neuen Komplexes, der größtenteils aus gewölbten Pavillons verschiedener Größe besteht, verwendeten die Architekten handgefertigte Ziegel – hergestellt von lokalen Arbeitskräften aus Lehmboden, Zement und Wasser.

Gewinner Kategorie »Einfamilienhaus«
Rabbit Hole, Gaasbeek, Belgien
Architekt: Lens°Ass, Bart Lens, Hasselt

Rabbit Hole, Gaasbeek, Belgien
Der »Hasenbau«, Foto: Philippe van Gelooven

Die Erweiterung eines halb verfallenen Bauernhauses aus Ziegel in ein Wohnhaus mit angeschlossener Tierarztpraxis. Darüber hinaus wurde ein trichterförmiger Anbau als Zwischenraum der beiden Gebäude realisiert. Die zentrale Herausforderung war die Frage, wie ein altes Gehöft an die heutigen Wohnbedürfnisse anpasst werden kann, ohne den landwirtschaftlichen Charakter zu zerstören. Der Jury sprang vor allem die Umsetzung des Zwischenraums ins Auge: »Es ist wirklich inspirierend, wenn man im Bereich der Tierarztpraxis steht, durch diesen neu geschaffenen Durchgang schaut und nicht sehen kann, was auf der anderen Seite passiert, sodass man sich vom Licht führen lassen muss,« argumentiert Plamen Bratkov. 

Gewinner Kategorie »Wohnbau«
Seniorenresidenz, Alcacer do Sal, Portugal
Architekten: Francisco und Manuel Aires Mateus, Lissabon

Seniorenresidenz, Alcacer do Sal, Portugal
Foto: FG + SG/Fernando and Sérgio Guerra

Rudolf Finsterwalder: »Architektur wird als Skulptur verstanden und steht so in der Tradition der beiden portugiesischen Großmeister  Álvaro Siza und Eduardo Souto de Moura. Das zweischalige, wärmegedämmte Mauerwerk wurde außen verputzt und mit einer glänzenden weißen Farbe gestrichen, was dem Gebäude Ausdruckskraft und Spannung verleiht.«

Gewinner Kategorie »Umbau«
Vom Ziegelbrennofen zum Architektenstudio, Cachtice, Slowakei
Architekten: Pavol Panak, Bratislava

Vom Ziegelbrennofen zum Architektenstudio, Cachtice, Slowakei
Foto: Tomas Manina

Panák transformierte einen ehemaligen Ziegelbrennofen in Cachtice am Fuße der Karpaten in mehr als zehnjähriger und großteils eigenhändiger Sanierungsarbeit zu seinem persönlichen Architektur-Refugium um. John Foldbjerg Lassen: »Das Gebäude ist aufregend, weil es so viel Emotion ausdrückt, in der Art, wie es Raum schafft und mit der natürlichen Umgebung verschmilzt.« Aus der Überzeugung heraus, dass Architektur Ordnung, Tradition und Evolution benötigt, basiert das Atelier auf der nahezu perfekten Einhaltung der Regeln der kartesischen Geometrie.

Gewinner Kategorie »Nicht-Wohnbau«
Umspannwerk für die Olympischen Spiele 2012, London, Großbritannien
Architekt: NORD Architecture, Alan Pert, Glasgow

Umspannwerk für die Olympischen Spiele 2012, London, Großbritannien
Foto: Andrew Lee

Bei diesem Gebäude erkennt man die reine geometrische Lösung, interpretiert allerdings durch eine prächtige kohlschwarze Ziegeltextur. Vor allem spürt man den Kontrast in der Fassadengestaltung zwischen dem massiven Sockel und dem aufgelockerten oberen Teil. »Die Jury hält das Projekt aufgrund seiner äußerst klaren Idee und der perfekten Ausführung der Ziegelfassade für sehr gelungen«, erklärt Jurymitglied Zhang Lei. Architekt Alan Pert: »Die monolithische Schlichtheit hebt sich bewusst von den spektakulären Formspielen der Sportstätten ab.«

Der Preis wird seit 2004 alle zwei Jahre vergeben, der Wienerberger Brick Award 2012 war mit insgesamt 27.000 Euro dotiert.

50 Projekte, 28 Länder, fünf Kontinente
Eingereicht wurden die Projekte von internationalen Architekturkritikern und Architekturjournalisten. Diese »Architektur-Scouts« recherchieren für Wienerberger weltweit Bauten aus Ziegel, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Kriterien waren unter anderem die innovative äußere Gestaltung und der handwerkliche Umgang mit dem Material Ziegel, die Funktionalität, die Nachhaltigkeit sowie die Energieeffizienz der Gebäude. Besonderes Augenmerk wird auch auf die natürliche Einbettung in die Umgebung, die Geometrie, den Charakter sowie die Qualität des Gebäudes und dessen Lichtverhältnisse gelegt.

Brick'12 Begleitbuch zum Wienerberger Brick Award 2012

Buch »Brick'12«
Die nominierten und preisgekrönten Bauten stellen internationale Fachpublizisten in einem begleitenden Buch vor, das unter dem Titel »Brick'12« im Callwey-Verlag erscheint. Die Texte verfassten rund 50 namhafte Autoren und Kenner der Architekturszene, von Architekturjournalist Rory Olcayto, über Buchautor Falk Jaeger bis hin zu Dozentin und Kuratorin von Architekturveranstaltungen Rùta Leitanaite. Einige Autoren machen sich oft höchstpersönlich ein Bild über die nominierten Projekte. Wienerberger Vorstandsmitglied Heimo Scheuch bezeichnet das Begleitbuch als »fundiertes Nachschlagewerk für Studenten, Architekten und Architekturliebhaber« und die Neue Züricher Zeitung vergab höchstes Lob.

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Wienerberger ist mit gruppenweit 232 Werken in 27 Ländern der größte Ziegelproduzent weltweit und die Nr. 1 bei Tondachziegel in Europa. Das börsennotierte Unternehmen wurde 1819 gegründet und beschäftigt weltweit rund 12.000 Mitarbeiter.

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