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Statens vegvesen, Haugen/Zohar Arkitekter, Rastplatz

Furchtlos und aussichtsreich: Rastplatz in Gildeskål

Als »vielleicht schönste Toilette der Welt« haben Internetmedien den neuen Rastplatz der Norwegischen Touristenrouten bereits bezeichnet. Marit Haugen vom Architekturbüro Haugen/Zohar dürfte über diese Zuschreibung wenig glücklich sein. Denn ihr Bauprojekt umfasste deutlich mehr als nur ein Toilettenhäuschen, wie auch an diesem wunderschönen Fleckchen Erde in der Provinz Nordland nicht nur die profanen körperlichen Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Weit fällt der Blick Richtung Norden über den Atlantik zur unbewohnten Insel Fugløya. Auf der Landseite der Küstenstraße ragen schroff die Felsabhänge des Küstengebirges empor. Bei Touristen und Einheimischen ist der »Uredplassen« seit jeher beliebt, um Nordlichter oder die Mitternachtssonne zu beobachten. Seinen Namen hat der Ort von dem norwegischen U-Boot Uredd (deutsch: furchtlos), das während des Zweiten Weltkrieges hier vor der Küste sank. 1985 wurde es geortet, aber nie gehoben. 1987 weihte man auf dem heutigen Rastplatz ein kleines Mahnmal ein, das an die 42 seinerzeit ums Leben gekommenen Soldaten erinnern soll.

Diesem Mahnmal sollte der neue Rastplatz einen großzügigeren Rahmen geben – und er sollte natürlich den zahlreichen Touristen, die auf dem Weg nach Norden hier vorbeikommen, die einzigartige Aussicht besser zugänglich machen. Bei der Neugestaltung bedienten sich Haugen/Zohar vorrangig dreier Materialien: Beton, mattiertes Glas und Fauske-Marmor, eine lebendig gemaserte Marmorart, die in dem gleichnamigen Ort rund 80 Kilometer weiter nordöstlich abgebaut wird. Von den marmornen Sitzbänken über die Betonstufen, die zum Denkmal und dem Toilettenhäuschen hinaufführen, bis zum Toilettendach wirken alle Formen, als seien sie über Jahrtausende von den Gletschern der letzten Eiszeit rundgeschliffen worden. Das gilt auch für die breite Freitreppe mit Sitzstufen, die vom Rastplatz hinunter an den steinigen Strand führt. Dort können die Besucher, ein wenig abgeschirmt vom Verkehrslärm, die Aussicht genießen und vielleicht sogar die Temperatur der Atlantikwellen testen.

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Weitere Informationen:

Landschaftsarchitekten:
Landskapsfabrikken AS
Bauunternehmen:
Moldjord bygg og anlegg AS

Weitere Artikel zur Ausgabe DETAIL 11/2018 finden Sie hier.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2018
DETAIL 11/2018, Licht und Raum

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