You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Fußgängerbrücke in Kiel-Hörn (1997)

Anlässlich der Ausstellung »High Energy. Ingenieur-Bau-Kultur« erscheint auf unserer Homepage ein Rückblick auf ausgewählte Projekte aus dem Büro Schlaich Bergermann und Partner, die in DETAIL dokumentiert wurden.

Architekt: gmp von Gerkan Marg und Partner, Hamburg
Entwurf: Volkwin Marg, Jörg Schlaich
Tragwerksplanung: Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

Fußgängerbrücke Kiel, gmp, Schlaich Bergermann Partner

Im Rahmen eines Sanierungsprojekts im Kieler Hafengebiet entstand als wesentlicher Bestandteil der Gesamtmaßnahme eine Fußgängerverbindung der traditionell getrennten Stadtteile am westlichen und östlichen Ufer der Hörn, dem Endstück der Kieler Förde. Zusammen mit dem benachbarten Anlegesteg bildet die vielgenutzte Brücke seither einen belebten Punkt im Hafengebiet.

Innerhalb des bewusst einfachen, ungedeckten Seesteges mit seinen kurzen Spannweiten befindet sich als öffenbarer Teil eine Dreifeld-Klappbrücke mit einer Breite von fünf Metern und einer Spannweite von 25,5 Metern. In zusammengefaltetem Zustand gibt der bewegliche Teil eine Durchfahrtsbreite von 22 Metern für den Schiffsverkehr frei. Die im Ruhezustand einer klassischen einseitigen Schrägseilbrücke entsprechende Dreifeld-Klappbrücke mit beweglichen Mastportalen stellt eine technische Weiterentwicklung der Zweifeldklappbrücken dar und führt beim Öffnen einen reizvollen Bewegungsablauf vor.

Fußgängerbrücke Kiel, Schlaich Bergermann Partner
Ansichten Ausklappvorgang

Der Klappmechanismus enthält eine Vielzahl innovativer Detaillösungen. Um unkontrollierte Erhöhungen der Seilkräfte aus Verspannungen und Zwängungen zu verhindern, mussten geometrische Ungenauigkeiten auf ein Minimum reduziert werden. Die Seilaufhängungen sind in jeder Stellung statisch bestimmt. Allein durch die gewählte Seilführung, ohne zusätzliche Hydraulik- oder Federelemente, stehen alle Seile stets unter Zug und halten auch frontalen Windkräften auf die geöffneten Brückenklappen stand. Der Antrieb während des etwa zwei Minuten dauernden Klappvorgangs erfolgt durch nur eine Winde, auf die alle Seile aufgewickelt sind. Das Geländer faltet sich hierbei ohne zusätzliche Antriebselemente als zwangsgeführtes Parallelogramm zusammen.

Durch kräftige Signalfarben gegenüber der grauen See abgesetzt, nimmt die Brücke mit ihrer anschaulich ablesbaren Antriebsmechanik Motive der Hafenkräne und Schiffe des Umfelds auf.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 8/1999

Brücken

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.