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Gartenkunst aus Edelstahl: Snøhetta erweitern das Ordrupgaard-Museum

Das Ordrupgaard-Museum im Kopenhagener Vorort Charlottenlund nennt eine der besten Sammlungen französischer Impressionisten im skandinavischen Raum sein eigen. Auch die einheimische Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist mit Künstlern wie Eckersberg und Hammershøi gut vertreten. Wilhelm Hansen, Versicherungsunternehmer und Stifter der Sammlung, hatte sich auf dem Anwesen nördlich der Hauptstadt 1916 – 18 einen neoklassizistischen Landsitz errichten lassen. Dieser diente von Anfang an als kombiniertes Wohn- und Ausstellungsgebäude. Umgeben ist das Gebäude von einem Landschaftsgarten im englischen Stil und einem kleinen Rosengarten nach französischem Vorbild.
2005 verdoppelten Zaha Hadid Architects die Ausstellungsfläche mit einem Anbau im Norden, der seither auch als Haupteingang dient. Für die zweite Erweiterung forderte der Architektenwettbewerb 2012, dass die 1800 m2 Geschossfläche unter der Erde liegen sollten. Schließlich sollte der weitläufige Charakter des Grundstücks in dem noblen Villenvorort nördlich der dänischen Hauptstadt erhalten bleiben.
Sichtbar ist von dem Snøhetta-Erweiterungsbau nur ein brusthoher Edelstahlkubus, der sich aus einem ins Gelände eingetieften Pflastergeviert erhebt. Er wird diagonal von einem Betonsteg – dem direktesten Weg zum Museumseingang – durchschnitten. Die gefaltete Blechhaube erinnert an ein dreidimensionales Wasserbecken und ihre Lichtreflexionen an die Malerei der Impressionisten, die derlei Naturphänomene meisterhaft wiederzugeben wussten. Die Blechverkleidung wurde im Werk zu großen, U-förmigen Elementen verschweißt und diese dann vor Ort über das Betondach gestülpt. Auf der Baustelle schweißte der zuständige Metallbaubetrieb diese Elemente dann zu einer geschlossenen Metallhülle zusammen.
Unter dem Blechkubus liegt der größte von fünf unterirdischen Sälen, mit denen Snøhetta die Ausstellungsflächen in Ordrupgaard zu einem geschlossenen Rundgang zusammenfügten. Zwei davon, in nüchternes Weiß getaucht und durch einen zweigeschossigen Luftraum miteinander verbunden, erweitern die Flächen für Wechselausstellungen im Hadid-Bau. Die anderen drei sind für die Impressionisten bestimmt und atmen mit Eichenholzvertäfelungen und grünen Wandpaneelen den Geist der Belle Epoque.

Über das Projekt berichten wir in Detail 10.2021.

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