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Gebäude mit »Schutzumschlag«

3A Composites, Alucobond, Aluminium-Verbundplatten, Fassade
Alle Fotos: Gabriele Glöckler, Freie Architektin BDA, Stuttgart/Maix Mayer, D-Leipzig

Nach fast vier Jahren Bauzeit wurde im Mai dieses Jahres der neuste Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig eröffnet. Der Neubau ergänzt den von Oskar Pusch 1916 errichteten Bau der Deutschen Bücherei sowie den Komplex der fünf Büchertürme aus den 1970er Jahren und fügt alle Baukörper zu einem epochenübergreifenden Ensemble zusammen. Der Entwurf von Gabriele Glöckler ging aus einem europaweiten Wettbewerb hervor und wurde in Arbeitsgemeinschaft mit dem Büro ZSP Architekten geplant und realsiert. Zentrale Idee dabei war die architektonische Umsetzung der Funktion des Gebäudes anhand des Dreiklangs Umschlag – Hülle – Inhalt. Der Inhalt der Magazine wird durch kompakte Hüllen geschützt, eine leichte Gebäudehülle formt die Außenhaut und bindet die einzelnen Zonen zusammen. Die dazwischen entstehenden Räume beherbergen die öffentlichen Bereiche wie die des Deutschen Buch- und Schriftmuseums und des Deutschen Musikarchivs. Wie durch den Schutzumschlag eines Buchs wird die Außenwandkonstruktion in Teilen von einer silbrig glänzenden Wetterhaut umhüllt. Dieser »Umschlag« besteht aus Alucobond-Aluminium-Verbundplatten und passt sich der Kubatur des an einen Buchrücken erinnernden Baukörpers geschmeidig an. Das trigonale Fugenraster erinnert dabei an eine strukturierte, textile Oberfläche und verleiht dem Gebäude eine zusätzliche Plastizität. Neben dem gestalterischen Aspekt spielten jedoch auch die speziellen Materialeigenschaften Leichtigkeit, Verformbarkeit und Stabilität eine wesentliche Rolle bei der Materialwahl, um dauerhaften Schutz zu
gewährleisten. Das Motiv des Schutzumschlags wird bis ins Innere konsequent fortgeführt: im Bereich des Treppenaufgangs, bei der Deckengestaltung oder im Lesesaal – überall trifft man die Dreiecksform der Paneele wieder. Und auch der Übergang zu den bestehenden Büchertürmen ließ sich durch die Verwendung von Aluminium-Verbundplatten bei der Fassadensanierung gestalterisch gut lösen. Diese erhielten eine neue Verkleidung aus Alucobond in neutralem Weiß, die ihren kubischen Charakter betont und damit von der eher organisch wirkenden Kubatur des Neubaus differenziert. Das Umschlag-Hülle-Motiv ist zudem Bestandteil des energetischen Konzepts mit einer regulierbaren Hinterlüftung der Fassade.

3A Composites, Alucobond, Aluminium-Verbundplatten, Fassade
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2011

Massive Bauten

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