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Foto: René Riller

Gebirge hinter Glas: Kletterhalle in Bruneck

Klettern war in den Alpen längst Volkssport, bevor es in seiner „wetterfesten“ (Hallen-)Version auch die Metropolen Europas und der Welt eroberte. Fast folgerichtig hat die  Gemeinde Bruneck in Südtirol die Trendsportart nun fest im Curriculum der örtlichen Schulen verankert. Das neue Kletterzentrum am Ortsrand ist nach Mutmaßung der Architekten Stifter + Bachmann das erste seiner Art weltweit, das als Schulsportanlage konzipiert wurde und parallel zum „normalen“ Betrieb von morgens bis abends mehrere Schulklassen zum Sportunterricht aufnimmt. 

Der rund 7 Millionen Euro (Nettobaukosten mit Einrichtung) teure Neubau ging aus einem 2010 ausgelobten EU-weit offenen Planungswettbewerb hervor. Auf die exponierte Lage zwischen Sportanlagen und zwei großen Parkplätzen reagierten die Architekten mit einer unregelmäßigen Solitärform, die sich nach außen mit fugenlosen, kalksteinfarbenen Betonwänden abschirmt und zum Innenhof mit gebäudehohen Glasfronten öffnet. Zu ebener Erde ist das Foyer samt Kasse und Bar zentral in die Kletterhallen eingeschoben. Zur Rechten zweigt davon die Haupttreppe und zur Linken eine balkonartige Galerie ab. Die Büroräume der Verwaltung liegen im ersten Obergeschoss.

Die Kletterhallen verteilen sich auf die Gebäudeflügel beidseits des Foyers und reichen bis ins Untergeschoss hinab. Zur Linken des Eingangs, wo das Gebäude am höchsten emporragt, können die Sportler überdies an einer Freiluft-Kletterwand üben. Potenzielle Zuschauer können auf einer breiten Freitreppe mit Sitzstufen Platz nehmen, die vom Innenhof her erreichbar ist. Die Umkleiden und Duschen samt ihrer Erschließungsflure liegen unter dem zentralen Vorplatz. Ein eigener Tiefhof versorgt sie mit Tageslicht.

Die „harte Schale“ des Kletterzentrums besteht aus gestocktem Ortbeton mit Zuschlag aus örtlichem Kalkstein. Um so weicher ist hingegen das Innenleben: Fallschutzböden schützen die Kletterer vor allzu hartem Aufprall. Die Farbpalette ist auch hier hellgrau bis weiß, wobei von den Architekten entworfene LED-Lichtdecken für flächiges, blendungsarmes Licht sorgen. Um gerade in den warmen Jahreszeiten ein angenehmes Innenraumklima zu gewährleisten, ist die Halle mit einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Bauteilaktivierung sowie einer Nachtluftkühlung ausgestattet. Ihr Heizwärmebedarf liegt unter 30 kWh/m²a, womit der Neubau dem Südtiroler Standard „Klimahaus A“ entspricht.

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