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Foto: Eibe Sönnecken

Gelungenes Zusammenspiel: Modellfabrik der TU Darmstadt

Auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt prägt seit 2016 ein neues Bauwerk den Eingang. Eine etwa elf Meter hohe Fabrikhalle mit integrierten Büro-, Seminar- und Besprechungsräumen.

An der südlichen Stirnseite bestimmen parametrische Glaselemente das untere Drittel der Fassade. Sie stehen hervor und rahmen das Tor für die Anlieferung. Erschlossen werden die Räume allerdings von der Nordseite. Hinter einer Structural-Glazing Fassadenkonstruktion liegen dort auf drei Geschosse verteilt die Büroräume sowie der Vortragsraum. Vorbei an Letzterem und durch den Treppenraum hindurch führt der Weg in die Maschinenhalle.

Um die konstruktiven und gestalterischen Entscheidungen nachzuvollziehen, muss man sich erst der Aufgabe des Gebäudes bewusst werden. Für das ETA, das Energieeffizienz Technologie- und Anwendungszentrum, wurde diese Modellfabrik errichtet. Hier können Studenten an einem beispielhaften Produktionsprozess der Metallverarbeitung praktisch lernen, wie sich sämtliche Energieströme in solch einer Produktionsstätte vernetzen lassen. Dazu gehören einerseits die Maschinen, aber eben auch die Gebäudetechnik und die Gebäudehülle.

Die Hüllenkonstruktion aus Betonfertigteilen fungiert als sehr groß dimensionierte Heiz- oder Kühlfläche, je nach Bedarf, zur Maschinenklimatisierung. Die einzelnen Stahlbetonfertigteile sind gleichzeitig Träger, Hülle und Schalung für den dämmenden Schaum. Bei diesem Schaum handelt es sich um einen zementgebundenen, mineralisierten Stoff, der an der Uni eigens für dieses Projekt entwickelt wurde. Fassadenplatten aus mikrobewehrtem, ultra-hochfestem Beton verkleiden diese Fertigteile. Diese 5 cm starken Platten sind hinterlüftet und thermisch aktiviert. Ein Netz aus mit Wasser gefüllten Rohren durchzieht sie. So erreicht die Fabrik die hohe thermische Dynamik, die für eine reibungslose Produktion nötig ist.

Zahlreiche weitere Finessen zeigen den Ideenreichtum und die Fruchtbarkeit dieser interdisziplinären Arbeit. Sei es die Hypokaustendecke im Seminarraum oder die Lichtlenklamellen zwischen den Scheiben der Südfassade – die ETA-Modellfabrik ist ein Labor für innovative Energieeffizienz. In ihr finden sehr durchdacht Experimente und Innovationen zusammen.

Die »ETA-Fabrik/TU Darmstadt: Thermisch interagierende Gebäudehülle« wurde mit dem DETAIL Produktpreis 2017 ausgezeichnet und erhielt den Jurypreis in der Kategorie »Gebäudetechnik und digitale Systeme«.

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Weitere Informationen:

Themengebiet  Tragwerk, Thermische Aktivierung und Fassaden: TU Darmstadt, Institut für Statik und Konstruktion ISMD

Themengebiet Haustechnik, Energiekonzept und Maschineninterieur: TU Darmstadt, Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW)

Kennwerte:
Nutzfläche: ca 960 m2
BGF: ca. 1450 m2
BRI: ca. 10000 m2
Länge: ca. 40 m
Breite: ca. 20 m
Höhe: ca. 11 m

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