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Foto: Filip Dujardin

Gemeinsam statt einsam: Belgisches Wohn- und Sozialzentrum

Bedingt durch den baulichen Kontext des Grundstücks entscheiden sich die Architekten für ein Gebäudetrio. So schaffen sie den Spagat zwischen den begrenzenden historischen Stadtmauern, der Einkaufsstraße und der feingliedrigen Nachbarbebauung. Die locker assemblierten Volumina spannen einen intimen Platz auf, der die Interaktion des Projekts mit der Stadt fördert, sie bewusst miteinbezieht.

Die drei Baukörper sprechen eine optisch einheitliche Sprache, die sie zusammenfasst. Ihre schlichten rechteckigen Grundrisse entwickeln sich über mehrere Geschosse in die Höhe, bevor sie ihren Abschluss in simplen, schwarz gedeckten Satteldächern finden. Diese kommen ohne sichtbare Traufausbildung aus und passen zum Maßstab der kleinteiligen Struktur. Einzig der Trakt am Eingang des Areals, tanzt ein wenig aus der Reihe. Seine Form passt sich dem Straßenverlauf an, weshalb er schräg – und im Vergleich zu den anderen beiden – ein wenig verwackelt wirkt. Die Fassaden bestehen aus schlichten, beigen Ziegeln, kombiniert mit schwarzen und golden eloxierten Fensterrahmen. Der hell gepflasterte Platz komplettiert das ruhige Bild.

Gemeinschaft und Privatsphäre
Im Erdgeschoss befindet sich das Sozialzentrum. Hier sind die zum Platz hin orientierten Verglasungen großflächiger als in den übrigen Niveaus. Gezielt fördert man den Bezug von Innen und Außen in diesem halböffentlichen Raum. Auf die darüber liegenden Stockwerke verteilten sich 36 Apartments mit Balkonen. Sie organisieren sich wie das gesamte Gebäudeensemble jeweils zu funktionalen Trios. Rund um gemeinschaftlich genutzte Bereiche teilen sie sich in die privaten Wohneinheiten auf, fördern aber doch das Miteinander. Die Küchenfenster gehen zu den allgemeinen Flächen hinaus und schaffen Blickbezüge durch die Räumlichkeiten.

Sämtliche Innenräume sind hell und freundlich gestaltet. Die beigen Ziegeloberflächen der Außenansichten setzen sich bis in die Gänge und Gemeinschaftsbereiche fort. Die Fenster zu den Erschließungszonen hin zieren bunte Fensterläden. Sie verleihen ihnen einen verspielten Charakter und helfen zusätzlich bei der Orientierung. Holzböden sorgen in den einzelnen Apartments für Gemütlichkeit und Wärme.

Zusammenfassend handelt es sich um eine gelungene Architektur, die zeigt, dass sich ein konzeptionelles Freidenken im Sektor Altenwohnen auszahlt und wie es als gemeinschaftliches Miteinander in Zukunft funktionieren kann.

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