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Sammlungs- und Forschungszentrum, Franz&Sue, Foto: Christian Flatscher

Geschichtsträchtiger Monolith: Franz&Sue entwerfen Museumsbau

Der Bau hat einen annähernd quadratischen Grundriss. Leicht dezentral positioniert lockert den schlichten Monolith ein rechteckiger Innenhof auf. Dieser wird von der Baumasse komplett umschlossen und bleibt der Außenwelt verborgen. Auch von seiner tatsächlichen Größe gibt das Sammlungs- und Forschungszentrum wenig preis. Wie ein Eisberg entwickeln sich rund zwei Drittel der Fläche unterirdisch. Von außen sichtbar bleibt lediglich das oberste Geschoss, das sich, bedingt durch die leichte Hanglage des Grundstücks ebenfalls in den Boden einzugraben scheint und an seiner Rückseite gerade einmal 2 m misst. Die unterirdische Ausdehnung ist bedingt durch die klimatechnischen Anforderungen, die der Depotbereich der umfangreichen Sammlung, an die Architektur stellt. Der Bau fungiert als Lager für mehrere Millionen Kunst- und Kulturgegenstände, die höchst sensibel auf Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit reagieren. Somit bieten die konstanten Bedingungen unter der Erde den perfekten Rahmen für die Objekte und machen aufwändige Klimatechnik überflüssig.

Vor dem beeindruckenden Panorama der Alpenlandschaft nimmt sich das Gebäude zurück, erweckt einen fast schüchternen Eindruck. Die Fassadengestaltung unterstreicht den monolithischen Charakter des Sammlungs- und Forschungszentrums. Rundum in anthrazitfarbene, glasfaserverstärkte Fibre C Betonpaneele gehüllt, repräsentiert die Hülle über ihre Materialität den technologischen Fortschritt. Durch Ausbuchtungen, die wirken, als wären die Ansichten einst unter Beschuss geraten, erhält der Bau eine besondere Optik, die von einer bewegten Vergangenheit zeugt. Die kleinen Krater sind dem ältesten Exponat der Sammlung, einem Faustkeil, nachempfunden und kehren einen Teil der Forschung, der sich das Innere des Baus widmet, nach außen. Öffnungen in der Fassade gibt es kaum, nur über Lüftungselemente, Logistik und den Haupteingang im Süden interagiert das Zentrum mit seiner Umgebung.

Im Inneren organisiert sich das Raumprogramm anhand einer ringartigen Struktur auf allen drei Geschossen. Von außen angefangen, befinden sich zuerst der Fundus, mit rund 7.800 Quadratmetern Fläche, gefolgt von einer zirkulären Erschließungszone und schließlich die Büro- und Atelierräume in dem Bau. Letztere bilden, gemeinsam mit dem privaten Hof eine freundliche Arbeitsatmosphäre. Das helle Atrium reicht über alle Stockwerke und versorgt die Innenräume über Fensterbänder mit ausreichend Tageslicht. Ansonsten sind die Ansichten hier in Holz gekleidet und kontrastieren mit den reserviert anmutenden Außenansichten. Die funktionelle Anordnung orientiert sich an den Abläufen und garantiert möglichst effiziente Bedingungen für die Angestellten. Kurze Wege, viel Licht und ein angenehmes Arbeitsklima machen das Sammlungs- und Forschungszentrum zu einem ansprechenden Ort. Das Material- und Farbkonzept der Innenräume besteht aus einer Kombination aus grauen Sichtbetonoberflächen und roten Details.

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Weitere Informationen:

Mitarbeiter: Corinna Toell, Joseph Suntinger, Arnim Dold, Wolfgang Fischer, Theresa Wauer, Susann Murtezani, Diana Nemeth, Eveline Leichtfried

 

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