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Gestapelte Module: Flagship Store in Tokio

Vor wenigen Tagen eröffnete der von OMA entworfene Coach Flagship Store: die neueste Attraktion in Tokios Shopping-Paradies Omotesando. Wände und Fassade, Innenraum und Außenhaut verschmelzen hier zu einem hochfunktionalen System aus modular angeordneten Präsentationsmodulen, die die Marke nahtlos von innen nach außen kommunizieren.

Architekten: Office for Metropolitan Architecture (OMA)
Standort: Tokio, Japan

Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Foto: Iwan Baan

Das Unternehmen Coach wurde 1941 gegründet und begann als Lederwarengeschäft, das seine Handtaschen und Geldbörsen nach Kategorien unterteilt in Holzgestellen, die wie Bücherregale aussahen, präsentierte. Das Sortiment der Marke wurde mittlerweile erweitert und umfasst nun eine ganze Palette an Lifestyle-Produkten, darunter Oberbekleidung, Schuhe, Schmuck, Uhren und Sonnenbrillen, die in verschiedenen Ladenkonzepten vertrieben werden, von der Boutique bis hin zum Kaufhaus.

Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Coach Shop im Kaufhaus Macy’s Herald Square in New York

Inspiriert von der Klarheit des ursprünglichen, systematischen Ordnungssystems von Coach, entwarfen die Designer des Office for Metropolitan Architecture (OMA) modulare Präsentationselemente, die flexibel genug sind, um den speziellen Anforderungen der Produkte und dem jeweiligen Geschäft gerecht zu werden. Die räumlichen Möglichkeiten dieses hochfunktionalen Systems unterstreichen den Leitgedanken von Coach, „Logik und Magie“ zu verkörpern. Das System wurde zum ersten Mal in einem Shop im Kaufhaus Macy’s Herald Square in New York eingesetzt, wo Präsentationsmodule aus Acryl zu einer raumhohen, V-förmigen Wand aneinandergebaut wurden (siehe oben). Die Produkte von Coach scheinen im Raum zu schweben, eingerahmt von den einzelnen Modulen, die den Blick auf die dahinterliegende Accessoires-Abteilung freigeben.  

Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Grafik: OMA
Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Schnitt, Grafik: OMA
Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Die insgesamt 210 Module der Fassade werden durch Stahlrahmen gesichert, Foto: OMA

Der mittlerweile neunte Coach Flagship Store in Japan ist ein zweistöckiges Eckgebäude an der hochkarätigen Einkaufsmeile Omotesando, die zunehmend von dekorativen Fassaden gekennzeichnet ist. OMAs Entwurf hingegen integriert die Präsentationsmodule wie Schaufenster in die Fassade und kommuniziert dadurch die Marke nahtlos von innen nach außen.

Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Grafik: OMA
Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Foto: Iwan Baan
Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Fotos: Iwan Baan
Coach Flagship Store in Tokio, OMA

Die Schaufenstermodule sind vertikal und horizontal gestapelt und bilden so ein Fischgrätmuster mit zahlreichen Präsentationsmöglichkeiten. Mit ihrer Größe von 1800 mm x 520 mm sind die einzelnen Module auf die von Coach zur Warenpräsentation verwendeten Utensilien wie Büsten und Schaufensterpuppen und auf die Coach-Taschen zugeschnitten. Satiniertes Glas, das innerhalb des Stores für Regale verwendet wird, kommt auch an der Fassade als Sonnenschutz zum Einsatz. 

Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Foto: Iwan Baan

Von außen betrachtet zeigt die über zwei Geschosse emporragende Ladenfront auf einen Blick eine unterbrechungsfreie Übersicht über die gesamte Kollektion von Coach, wobei jedes Produkt seinen speziellen Rahmen erhält. Im Gebäudeinneren erzeugt die Transluzenz der Schaufenstermodule eine aktive Kulisse für die Ware, indem die Straßenszenen der Omotesando die Verkaufsflächen beleben. 

Coach Flagship Store in Tokio, OMA
Foto: Iwan Baan

Neben der Fassade haben die OMA-Designer einen Turm aus beleuchteten Modulen errichtet, der die Haupttreppe des Geschäfts umhüllt und einen nahtlosen Übergang zwischen der Damenabteilung im ersten Stock und der Herrenabteilung im 2. Stock schafft. Das Zusammenspiel der an der Fassade ausgestellten Produkte und der rund um die Verkehrsflächen präsentierten Waren schafft ein Einkaufserlebnis, bei dem der Kunde vollständig von Coach-Produkten umgeben ist, während gleichzeitig die Verkaufsflächen räumlich entlastet werden. Abends strahlt der Treppenhausturm die Fassade von innen heraus an als dynamische, 24 Stunden sichtbare Warenpräsentation.

Foto: Iwan Baan
Foto: Iwan Baan
Flagship Store in Tokio, OMA
Fotos: Iwan Baan
Flagship Store in Tokio, OMA
Flagship Store in Tokio, OMA
Foto: Iwan Baan

Weitere Informationen
oma.eu


Ein Beitrag von Peter Popp und Emilia Margaretha.

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