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Goldschleier im Industriegebiet: Verwaltungsgebäude in Seraing

Namen sind im Immobilienmarketing offenbar alles. Selbst wenn sich ihr Sinn erst bei einem Blick in die Geschichtsbücher erschließt. Als „Orangerie“ bezeichnet das Maschinenbauunternehmen Cockerill Maintenance & Ingenierie sein neues Verwaltungsgebäude im ostbelgischen Seraing – in Anlehnung an die Historie des Standorts. Das „Castle Cockerill“ gehörte lange Zeit den Bischöfen von Lüttich und versorgte deren Hof mit – auch exotischen – Früchten und Gemüsen. 1817 ging es in den Besitz des Stahlmagnaten Cockerill über, der hier seine Produktionsstätten aufbaute.

Deren Reste prägen das Industrieareal bis heute weit stärker als die Reminiszenz an den einstigen Hofgarten und die darin befindlichen Orangerien. Drei Schiffe einer Sheddachhalle sowie eine stehen gebliebene Fabrikfassade bilden den Rahmen für den Neubau der Pariser Architekten Reichen et Robert, in dem auf 8250 Quadratmetern rund 600 Personen arbeiten. Auch die Konstruktion des Bürogebäudes ist her eine Hommage an den Stahl- als den Gartenbau: Weit kragen die beiden Obergeschosse an der Südwestecke aus und trennen einen innen liegenden, beschatteten Einganghof vom dem zur Stadt offenen Vorplatz. Das Ganze funktioniert komplett stützenfrei: Insgesamt 2000 Quadratmeter Bürofläche werden allein von vier gewaltigen Stahlfachwerkträgern hinter den Fassaden in der Schwebe gehalten. Sie besitzen eine freie Spannweite von 25 bis 35 Metern und müssen zusammen eine Last von 2000 Tonnen tragen. Die Träger wurden in einer nahe gelegenen Montagehalle vorfabriziert und als Ganzes per Schiff auf der Maas an die Baustelle transportiert.

Die Fassaden sind teils als Bandfassaden konzipiert und teils durch Lochfenster in unregelmäßiger Anordnung gegliedert. Sie erhielten eine Verkleidung aus 2 Millimeter starkem, eloxiertem Aluminium in einem Champagner-Goldton. In der gleichen Farbe ist auch der lochgestanzte Brise-soleil aus Aluminium gehalten, der den Bürofassaden auf den „Sonnenseiten“ vorgehängt wurde.

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