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Nationalmuseum, Stockholm, Wingårdh Architects, Wikerstål Architects

Grandezza am Hafen: Das renovierte Nationalmuseum in Stockholm

Der repräsentative Bau des Nationalmuseums, entworfen vom Berliner Architekten Friedrich August Stüler und fertiggestellt 1863, ist eines der besterhaltenen Museumsgebäude des 19. Jahrhunderts in Europa. Als größtes Kunst- und Designmuseum Schwedens nimmt es Malereien, Skulpturen, Kunsthandwerk und eine Grafiksammlung auf. Doch ganze Bereiche wurden in den vergangenen Jahrzehnten auch für Büros und Archive genutzt, die ursprünglichen Grundrisse verändert, die farbigen Wanddekors abgedeckt. Im Rahmen der erforderlichen technischen Modernisierung sollten deshalb auch die ursprünglichen Qualitäten des Gebäudes wieder stärker hervorgehoben werden. Zudem optimierten Wingårdh Architects und Wikerstål Architects die Erschließung und öffneten das Haus wieder stärker zur Umgebung – unter strengen Denkmalschutzauflagen und im respektvollen Umgang mit dem Bestand.

Wesentlich für die Raumwirkung der Ausstellungssäle sind die großen Fenster, die lange Zeit abgedeckt waren. Jetzt strömt wieder Tageslicht in die Räume, und die Besucher haben zugleich den Ausblick über die Bucht zum Stockholmer Schloss. Die Innenverglasungen aus den 1910er-Jahren sind durch neue Stahlfenster ersetzt und mit Sonnenschutzlamellen ergänzt, sodass die komplexen Anforderungen an Sicherheit, Lichtverhältnisse und Wärmeschutz erfüllt werden.

Unauffällig wurde die neue Klimatisierung in den Räumen integriert: Die speziell angefertigten Luftauslässe sind als Rosetten in den Gewölbedecken getarnt. Während die Technik den Blicken verborgen ist, setzt ein neues Element im südlichen Atrium einen Akzent: der Aufzugsturm als freistehendes Objekt, bekleidet mit patiniertem Messing, dessen flechtartiges Muster wie ein großformatiges Gewebe wirkt. Beide Innenhöfe sind nun von Glasdächern überspannt, deren flache Wölbung die Silhouette des Gebäudes nicht verändert. Die Dachkonstruktion setzt sich aus kleinen Pyramiden zusammen und sorgt mit der facettierten Oberfläche für eine gute Akustik in den Atrien. Der nordwestliche Bereich des Erdgeschosses wurde zu einem einladenden, großzügigen Restaurant-Café umgestaltet, das frei zugänglich ist. Durch die Absenkung des Bodens im Untergeschoss konnten die Toiletten und Garderoben hier platziert werden; das unverputzte Mauerwerk der Gewölbe bildet einen kraftvollen Kontrast zu den polychromen Ausstellungssälen. Behutsam renoviert und sorgfältig gestaltet bis ins Detail, verbindet das Nationalmuseum die prachtvollen historischen Raumfolgen mit wohlgesetzten neuen Akzenten und einer verbesserten Erschließung.

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Weitere Informationen:

Architekt: Gert Wingårdh
Projektleitung: Erik Wikerstål and Josefin Larsson
Projektarchitekten: Stefano Mangili und Lars Kockum (Wingårdh) mit Maria von Porat (Wikerstål)
Projektingenieure: Andreas Stålberg and Stefan Nilsson
Architekturhistorischer Experte: Rasmus Wærn
Tragwerksplaner: Sweco Structures AB, Projektleitung: Ewa Karawajczyk
Landschaftsarchitekt: Andersson Jönsson Landskapsarkitekter AB, Anders Jönsson

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