You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Lycée Leonard de Vinci, Paris, COSA, Tank Architectes

Gras, Glas und Stahl: Lycée Leonard de Vinci in Saint-Germain-en-Laye

Rund 1200 Schüler besuchen das Lycée Léonard de Vinci in Saint-Germain-en-Laye westlich von Paris, ein Gymnasium mit technischem Schwerpunkt. Die Aufgabe, die sich den beiden Architekturbüros Tank aus Lille und Cosa aus Paris hier stellte, war ein logistischer Kraftakt: Das bestehende Schulgebäude sollte etappenweise abgerissen und am gleichen Standort bei laufendem Schulbetrieb ein Neubau errichtet werden. Die Architektur des Neubaus spricht dieser Herausforderung Hohn: Er wirkt wie aus einem Guss, in einer sichtlich von der Mies’schen Moderne inspirierten Skelettbauweise aus Stahl und Glas. Geschickt griffen die Architekten die Hangneigung des Grundstücks im Innenhof auf, der von der Straße im Westen bis zum rückwärtigen Gebäudefassade um ein Geschoss ansteigt. An den Längsseiten ließen sie das Gelände teilweise abgraben und mit Gabionenwänden sichern, um die technischen Fachklassenzimmer im Untergeschoss beidseitig mit Tageslicht versorgen zu können. In der zurückgesetzten ersten Etage sind die Schulverwaltung sowie die Gemeinschaftsbereiche wie Schulbibliothek und Mensa untergebracht. Hier flankieren beidseitig Freiterrassen die Längstrakte. Breite Durchgänge verbinden den Innenhof mit dem Stadtraum und eine offene Stahlbrücke spannt sich quer über den Innenhof. Im auskragenden obersten Geschoss befinden sich die Klassenzimmer. Das ganze Haus basiert auf einem Stahlskelett im 3,6-Meter-Raster sowie auf einem Fassaden- und Ausbauraster von 1,2 Metern. Die Innenwände in den Obergeschossen sind nichttragend, um räumliche Flexibilität zu gewährleisten. Ein unverwechselbarer Bestandteil der Architektur sind die außenliegenden Fassadenschwerter, die mehrere Funktionen zugleich erfüllen: Sie spenden Schatten, tragen die schmalen Wartungsbalkone im Obergeschoss und steifen im Untergeschoss die hohen Glasfassaden aus. Ihre Tiefe variiert je nach Himmelsrichtung und somit abhängig von den zu erwartenden Sonneneinstrahlwinkeln.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
/0
Kistefos Museum, Oslo, BIG

Let’s twist again: Kistefos Museum bei Oslo von BIG

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.