You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Wachtebeke, gafpa

Grazile Erscheinung: Wochenendhaus von GAFPA

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Wohnhaus sollte das Wochenendhaus für die Familie eine rein private Zufluchtsstätte sein, ohne jegliche repräsentative Funktionen. Aus diesem Grund wendet sich das Gebäude bewusst von der Straße ab und öffnet sich zum angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Ackerland. Der Zugang verbirgt sich hinter einer Hecke und auch die straßenseitig gelegenen Räume können mit Hilfe von Klappläden während der Abwesenheit der Bewohner vollständig verschlossen werden. Im geöffneten Zustand werden die Läden zu lamellenartigen Vorsprüngen und gewähren den Innenräumen das nötige Maß an Privatheit.

Die einzelnen Räume verteilen sich auf einem asymmetrischen, U-förmigen Grundriss. Der nördliche Teil des Hauses wird durch einen Riegel von drei nebeneinanderliegenden Schlafkammern sowie einem Badezimmer und einem WC gegliedert. Die privaten Schlafräume wurden auf eine minimale Fläche reduziert und bieten lediglich Platz für ein Einzelbett. Im Gegensatz dazu wurden die gemeinschaftlich nutzbaren Aufenthaltsräume großzügiger gestaltet. Diese liegen am jeweiligen Ende der U-Form und können durch gegenüberliegende Fensterflächen über einen schmalen Innenhof visuell miteinander in  Bezug treten. Zwei vorgelagerte, überdachte Terrassen erweitern den Innenraum nach außen hin. Das zweigeschossige Esszimmer wird über eine stählerne Spindeltreppe von der Küche in zwei Raumabschnitte gegliedert. Die Treppe führt in ein Obergeschoss, in dem sich das Schlafzimmer der Eltern befindet.
Das gesamte Gebäude wurde in Holzbauweise errichtet und auf Betonpfähle aufgeständert. Das Anheben des Baukörpers sollte dem Haus nicht nur ein Bild von Leichtigkeit verleihen, sondern auch die Flächenversiegelung des Grundstücks möglichst gering halten. Die Fassade wird durch ein Gerüst aus schmalen, dunkelgrauen Strahlträgern rhythmisiert, welches mit großformatigen Holzpaneelen oder Glasflächen gefüllt wurde. Die äußerst flach wirkende Dachfläche besteht aus auskragenden I-Profilen, die innerhalb des begrünten Daches versteckt wurden.

Das feingliedrige Äußere des Wohnhauses, welches wie schwerelos über der Wiese schwebt, bildet eine Anlehnung an die traditionelle, japanische Architektursprache. Die vorgelagerten Terrassen sollen an eine klassische japanische Veranda, die engawa, erinnern und sind über große Steinstufen betretbar. Mit seiner schlanken und grazilen Konstruktion, der aufgeständerten Bauweise und der damit einhergehenden Leichtigkeit des Gebäudes präsentiert sich das Wochenendhaus von GAFPA Architekten somit als eine westliche Variante des japanischen Wohnungsbaus. Dieses steht auf angemessene Weise mit der umgebenden Landschaft in Bezug und bietet die besten Voraussetzungen für ein entspanntes und erholsames Wochenende.

Kurze Werbepause

weitere Informationen:

Bauunternehmer: VH-building
Zimmerer:
Lab 15
Tischlerei:
Wood Frames
Metalltreppe:
Tinel Interiors
Konstruktion:
Patrick 't Hooft
Ingenieur:
Arthur De Roover

Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.