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Großer Österreichischer Staatspreis 2011 für Architekt Heinz Tesar

Heinz Tesar wurde am 27. Juli 2011 von Österreichs Kulturministerin Dr. Claudia Schmied mit dem Großen Österreichischen Staatspreis 2011 ausgezeichnet. Die Überreichung fand im Rahmen eines Festaktes SalzburgKulisse im Haus für Mozart statt.

Großer Österreichischer Staatspreis 2011: Architekt Heinz Tesar
(v. l. Kulturministerin Dr. Claudia Schmied, Heinz Tesar, Prof. Hans Hollein, Foto: Aleksandra Pawloff)

"Mit Heinz Tesar zeichnen wir einen international gefragten Architekten und Künstler aus, der die Vielfalt lebt und sie in Klarheit auf besondere Weise verbindet. Tesar steht für eine Bauweise, die sich nicht nur an der Zweckmäßigkeit orientiert. Er lebt das Prinzip, dass es nicht vorrangig um die Handschrift des Architekten geht, sondern um spezifische Botschaften der Gebäude an die Menschen. Denn Architektur ist sowohl gebaut wie auch ungebaut immer ein Statement zur Zeit", kommentierte Schmied.

 

Heinz Tesar, geboren 1939 in Innsbruck, studierte von 1961 bis 1965 Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterklasse von Prof. Roland Rainer. Nach verschiedenen Auslandsaufenthalten in Hamburg (1959 - 1961), München (1965 - 1968) und Amsterdam (1971) eröffnete er 1973 sein eigenes Atelier in Wien. Von 1972 bis 1977 war er Mitglied des Vorstandes der Österreichischen Gesellschaft für Architektur, von 2002 bis 2006 Mitglied des Baukollegiums der Stadt Zürich.

 

Im Jahr 2000 eröffnete er ein weiteres Büro in Berlin. Seit den 1980er Jahren lehrt Heinz Tesar an verschiedenen Universitäten in Europa und Amerika. Bei diversen internationalen Wettbewerben konnte er mit seinen Beiträgen die vordersten Ränge erreichen. Seine Projekte wurden mit zahlreichen Preisen, u. a. mehrmals mit dem Österreichischen Bauherrenpreis, ausgezeichnet. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen das BTV-Stadtforum in Innsbruck, das Museum Sammlung Essl in Klosterneuburg, der Umbau des Bode-Museums in Berlin sowie das Keltenmuseum in Hallein.

Bode-Museum Berlin
Bode-Museum Berlin

Das Essl Museum in Klosterneuburg und der Umbau des Bode-Museums Berlin zählen zu Tesars bekanntesten Bauten. Aktuell arbeitet er an einem Büro- und Geschäftsgebäude in der Innsbrucker Stadtmitte, an zwei Museumsprojekten in Italien, darunter das Museum für Medizin in Padua, sowie an der Planung eines Generalats für die Halleiner Franziskanerinnen. Auf seiner Wunschliste steht eine Schule - nicht zuletzt angesichts der Bildungsdebatte.

 

Der Große Österreichische Staatspreis, die höchste Auszeichnung der Republik Österreich im Kunstbereich, wurde Heinz Tesar auf einstimmigen Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats zuerkannt. Der mit 30.000 Euro dotierte und 1950 begründete Preis wird ohne festgelegtes Rotationsprinzip innerhalb der Sparten Literatur, Musik, Bildende Kunst und Architektur vergeben.

Zuletzt erhielten ihn Olga Neuwirth (2010, Musik), Brigitte Kowanz (2009, Bildende Kunst), Karl Prantl (2008, Bildende Kunst), Josef Winkler (2007, Literatur), Georg Friedrich Haas (2006, Musik), Hermann Nitsch (2005, Bildende Kunst) und Günther Domenig (2004, Architektur).

Die Staatspreisträger im Bereich Architektur seit 1950 sind: 1950 Josef Hoffmann (1870-1956), 1953 Clemens Holzmeister (1886-1983), 1954 Max Fellerer (1889-1957), 1958 Erich Boltenstern (1896-1991), 1962 Roland Rainer (1910-2004), 1965 Josef Frank (1885-1967), 1967 Franz Schuster (1892-1972), 1971 Gustav Peichl (1928), 1975 Karl Schwanzer (1918-1975), 1983 Hans Hollein (1934), 1999 Wolf D. Prix [Coop Himmelb(l)au] (1942), 2000 Wilhelm Holzbauer (1930) und 2004 Günther Domenig (1934).

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