You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Photo: Jesús Granada

Großzügiger Garten: Forschen in der spanischen Provinz

Nähert man sich von Osten, fällt auf, dass das Gebäude mit drei verschiedenen Höhen auf die umgebende Bebauung reagiert, darunter zweigeschossige Wohnsiedlungen und höhere Wohnblöcke, sowie weitere städtische Einrichtungen und Grünflächen. Die auf dieser Seite üppige Begrünung kontrastiert mit dem hellen Grau des Baukörpers. Während sich das Auge an den unregelmäßig und verschwommen wirkenden Sichtbeton gewöhnt, kommt der Ursprung dieses Effekts zum Vorschein: Mit Matten aus einer vor Ort wachsenden Reisigart wurden günstige Schaltafeln hergestellt, die ihre Struktur an die Gebäudeoberfläche weitergegeben haben. Nun bricht sich die starke spanische Sonne so, dass der Sichtbeton nichts mit der üblichen Kälte und Reserviertheit gemein hat, sondern geradezu funkelt.

Um die öffentlichen Bereiche des Forschungszentrums zu betreten, werden Besucher durch den überdachten Teil des Gartens ins Foyer geleitet. Hier befinden sich neben dem Empfang und einem Veranstaltungssaal auch große Bildschirme, die laufend über die Energieeinsparungen des Hauses berichten. So soll das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in Bezug auf den Umgang mit Energie geschärft werden. In einem Lichthof, der auch vom Erdgeschoss aus begehbar ist, wird Regenwasser in einem Becken gesammelt, aus dem die Fußbodenheizung und -kühlung gespeist werden. Zusammen mit der Universität der Region Extremadura wurde außerdem ein ausgeklügeltes Solarsystem entwickelt, dass mit Trombe-Wänden und der als Brise Soleil fungierenden Gitterträgerkonstruktion der Dächer eine autarke Energieversorgung ermöglicht. Diese Gitterträger tragen das Glasdach, schützen aber durch ihre große Tiefe auch vor zu starker Sonneneinstrahlung.

Vom Foyer aus erschließen sich auch die anderen Gebäudeteile, die jeweils unterschiedlichen Funktionen zugeteilt sind. Büroräume und Labore bilden übereinandergestapelt die von außen sichtbaren höheren Blöcke. Dank dieser Höhenentwicklung gelang es den Architekten, so wenig Platz wie möglich für das Gebäude zu verwenden und das Gelände vielmehr durch den Garten zu definieren. Je nachdem, wie stark sie der Sonne ausgesetzt sind, sind sieben verschiedene, lokale Biotope vertreten, die sich dank der für sie optimalen Lebensumstände nahezu selbst erhalten.

Kurze Werbepause

Weitere Informationen:

Mitarbeiter: Juan Yruela, João Durao, Aurora Fernández, Nacho Jiménez, Fernando García Donoso, Juan Ruiz, Eliseo Pérez, Luis Fernández-Conejero, Juan José Pérez, Beatriz Mérida, Moisés Moya, Antonio Fino

Größe:
2400 m2 bebaut + 1300 m2 Biotopgarten
Fertigstellung:
April 2015
Budget:
3.000.000 €


 

 

Aktuelles Heft
DETAIL 11/2018
DETAIL 11/2018, Licht und Raum

Licht und Raum

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.