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GrowSmarter, Valla Torg, Stockholm

GrowSmarter – Wachse schlauer

Eines dieser Pilotprojekte ist Valla Torg, das die energetische Sanierung von 12 Wohnbauten in Astra, einem schnell wachsenden Stadtteil im Süden von Stockholm umfasst. Insgesamt 302 Apartments, auf vier Hochhäuser und zwei Wohnriegel verteilt, werden derzeit energetisch saniert – mit dem Ziel eine Energieeinsparung von 60% zu erreichen. Im ersten Bauabschnitt konnte der Verbrauch von vorher 154 kWh/m2 bereits auf 61 kWh/m2  reduziert werden. Dabei war den Planern wichtig, die Äußere Identität der schlichten 60er-Jahre Bauten beizubehalten. Es wurden eine 80 mm dicke Fassadendämmung angebracht und die Fenster durch neue zweiteilige, die an frühere Kastenfenster erinnern, ersetzt. Zwei Isolierglasscheiben, die jeweils in sehr schmalen Rahmen sitzen (Optik von früher) erreichen einen U-Wert von 0,7 W/(m²K).

Eine Abluftwärmepumpe, eine Anlage zur Grauwassernuntzung und wassersparende Armaturen wurden eingebaut – soweit die gängigen Maßnahmen zur Energieeinsparung. Gänzlich neu sind hingegen die Wege der Müllentsorgung: Selbstverständlich wird der Müll getrennt und in farblich entsprechend unterschiedliche Säcke gesteckt. Ein Müllschlucker vor der Haustür nimmt die Säcke entgegen. Doch dann wird es smart: eine Vakuum-Anlage schießt den Sack unterirdisch in die richtige Entsorgungsstation. Dort wird er recycled, kompostiert oder dem zur Anlage gehörenden zentralen Blockheizkraftwerk zugeführt. Ebenso smart die Straßenbeleuchtung. Sie leuchtet nicht mehr die ganze Nacht, sondern spürt Fußgänger oder Radfahrer per Bewegungsmelder auf und nur die Laternen erleuchten, unter denen sich auch ein Mensch bewegt.

Auch in den Wohnungen werden über Sensoren allerlei Daten erfasst, um das Nutzerverhalten genau zu ermitteln und daraus weitere Energiesparmaßnahmen abzuleiten. So werden der Feuchtegehalt in den Bädern gemessen, die Raumtemperatur sowieso und auch wann in welchem Raum Licht brennt. Aber auch die Verkehrsströme von Fußgängern, Fahrrad- und Autofahrern werden erfasst. Ein Car- und Rad-Sharing-System steht bereits zur Verfügung, selbstverständlich digital, also smart gesteuert.
Erst im Langzeittest wird sich herausstellen wie erfolgreich die digital gesteuerten Lösungen zur Einsparung von Energie sein werden.

Bereits in den 1990er-Jahren hat die Stadt sich das Ziel gesetzt bis zum Jahr 2040 keine fossilen Brennstoffe mehr zu benötigen. Mag dieses Forschungsobjekt dazu beitragen, dieses hoch gesteckte Ziel zu erreichen.

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