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Grund- und Musikschule im Südtiroler St. Walburg - lichtdurchflutet und energieoptimiert

In St.Walburg bei Bozen entstand aus der engen Zusammenarbeit zwischen den Planern, Studio S.O.F.A. Architekten & Arch. Pius Pircher, und den Leitern der Grund- und Musikschule eine multifunktionelle Bildungsstätte. Das Grundstück liegt direkt an der Hauptstraße zwischen den zwei Ortsteilen Dorf und Innerdorf auf einem Südhang mit erheblichem Höhenunterschied zwischen Straßengrund und Grundstückssohle. Es war nur eine vertikale Entwicklung der Struktur möglich. Die Räume sind hell und großzügig und bilden damit den idealen Rahmen zum Lernen. Sowohl innen als auch außen gibt es Platz für spielerische Entfaltung und Sport.

Stahlbau Pichler, Grund- und Musikschule, Südtirol, St. Walburg, Fassade
Foto: Hertha Hurnaus

Bei der Planung legte man besonderen Wert auf die gute Verbindung der unterschiedlichen Bereiche. Über eine Treppe und eine Rampe erreicht man den 2 m tiefer gelegenen Vorplatz der Grundschule. Diese besteht aus sechs Klassenzimmern, Sonderräumen und den Räumlichkeiten der Musikschule und ist in drei Gebäudebereiche gegliedert: den Nordteil mit Verwaltungs­büros und Aula Magna, den langen Südteil mit den Klassenzimmern und den komplett verglasten mittleren Eingangs- und Aufenthaltsbereich. Die Musikschule befindet sich im Westen und besitzt einen eigenen Vorplatz. Die funktionelle Struktur des Gebäudes wird auch von außen klar erkennbar.

Stahlbau Pichler, Grund- und Musikschule, Südtirol, St. Walburg, Fassade
Foto: Hertha Hurnaus

Die Ausführungsplanung für die Fassaden und deren Herstellung wurde der Firma Stahlbau Pichler übertragen. In die Stahlfassaden wurden Raico-Schuko-Profile und selektive, hoch dämmende Fenster eingearbeitet. Die Fensterfronten sind außen und innen mit Sonnenblenden ausgestattet. Mit zwei Fenstertypen kann der Wärmeaustausch in einem Gebäude kontrolliert werden: mit selektiven Fenstern und mit Energiespar-Fenstern. Selektive Fenster lassen den Großteil des sichtbaren Spektrums des Sonnenlichts passieren, während sie einen Großteil der Infrarotstrahlung reflektieren. Damit wird Wärme abgehalten und die Helligkeit bewahrt. Auch die verbauten Energiesparfenster sind ebenfalls durchlässig für das Sonnenlicht, verhindern aber das Entweichen von Infrarotstrahlung aus dem Gebäude und damit den Wärmeverlust. So ist eine bessere Energieeffizienz gewährleistet.

Im Fall der Grund- und Musikschule wurde eine Doppelverglasung geplant, die beide Fenstertypen vereint und damit auf einer Seite den Wärmeeinfall, auf der anderen die Wärmeabstrahlung verhindert. Durchlässig sind die Fenster nur für den Teil des Sonnenlichts, der die Beleuchtung sicherstellt. Das Gebäude wurde außerdem mit Sonnenschutzvorrichtungen ausgestattet. Für die Energiebilanz eines Gebäudes spielen sie eine bedeutende Rolle: sie regulieren den Lichteinfall, schirmen die direkte Sonneneinstrahlung in der warmen Jahreszeit ab und begünstigen sie jedoch bei Kälte. Gleichzeitig sollen sie eine optimale Ausleuchtung der Räumlichkeiten ohne störende Blendung gewährleisten. Der innenliegende Sonnenschutz unterbindet störenden Lichteinfall. Er ist leicht zugänglich und wartungsfreundlich, reicht aber allein nicht aus, um die Überhitzung zu verhindern. Aus diesem Grund wurde ein außenliegender Sonnenschutz geplant, der das Sonnenlicht abhält, bevor es auf die Fensterfront auftrifft.

Die Fensterfront der Grund- und Musikschule in Bozen hat eine Gesamtfläche von rund 800 m2. Sie gibt den Lehrenden und Lernenden in dem lichtdurchflutetem Schulbau neben den Vorteilen eines energetisch optimierten Gebäudes auch einen reizvollen Ausblick auf die umgebende Ultner Bergwelt in Südtirol.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2010

Innenraum und Licht

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