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Hamburg würfelt – mit Holz: Der „Woodcube“ in Wilhelmsburg

Hamburg war bislang nicht eben als Eldorado des Holzbaus bekannt. Das könnte sich ab März 2013 ändern, wenn dort die Internationale Bauausstellung (IBA) ihre Pforten öffnet. Mit dabei: der „Woodcube“ des Stuttgarter Büros architekturagentur.

„Woodcube“, Hamburg - architekturagentur
„Woodcube“, Hamburg - architekturagentur

Insgesamt zwölf Experimentalbauten nach dem Vorbild der kalifornischen „Case Study Houses“ aus den 40er- bis 60er-Jahren sollen das Herzstück der IBA, die sogenannte „Bauausstellung in der Bauausstellung“ bilden. Und da die IBA neben einem sozialen auch einen ausgeprägt ökologischen Schwerpunkt hat, werden viele von ihnen aus einem Baumaterial bestehen, das in Hamburg bislang eher ein Nischendasein fristete: dem Holz.

In seiner reinsten Form wird der neue Hamburger Holzbau vermutlich beim „Woodcube“ zu sehen sein, einem fünfgeschossigen Mehrfamilienhaus mit 900 Quadratmetern Wohnfläche. Bis auf den zentralen betonierten Aufzugs- und Treppenhauskern besteht die gesamte Primärtragkonstruktion aus sichtbar belassenem Massivholz. 

„Woodcube“, Hamburg - architekturagentur
„Woodcube“, Hamburg - architekturagentur

An den insgesamt 30 cm starken Außenwänden erhielten die Holzelemente eine zusätzliche Dämmung aus Holzweichfasern und eine außen liegende, unbehandelte Holzverschalung. Die 23 cm starken Massivholzdecken spannen stützenfrei zwischen Kern und Außenwänden und kragen an den Balkonen ohne thermische Unterbrechung nach außen aus. Die stützenfreie Bauweise ermöglicht eine flexible Raumaufteilung ganz nach dem Wunsch der Wohnungskäufer. Hierzu dienen nichttragende Innenwände in Holzständerbauweise mit Gipskartonverkleidung.

Die Gebäudehülle des „Woodcube“ erreicht das Niveau eines KfW-Effizienzhauses 40, was in etwa Passivhausniveau entspricht.  Doch das Nachhaltigkeitskonzept geht weit darüber hinaus: Zum einen wird auch der verbleibende Energiebedarf komplett aus erneuerbaren Quellen gedeckt, so dass das Gebäude im Betrieb CO2-neutral sein wird. Ferner wurde in der Konstruktion komplett auf Leim, Holzschutzmittel und andere Bauchemie verzichtet. Das hat zum einen Vorteile für einen späteren Rückbau und die Nachnutzung der Baustoffe, zum anderen bringt es auch wohngesundheitliche Vorteile.

 Berechnungen zufolge spart der „Woodcube“ schon in der Bauphase gegenüber einem herkömmlichen Massivbau rund 8500 Tonnen CO2 ein. Das ist in etwa so viel, wie 850 Deutsche in einem Jahr ausstoßen. 

„Woodcube“, Hamburg - architekturagentur
„Woodcube“, Hamburg - architekturagentur

Mehrfamilienhaus „Woodcube“, Hamburg

Investor: Woodcube Hamburg GmbH, Hamburg

Architekten: architekturagentur, Stuttgart

Adresse: Am Inselpark 7, 21109 Hamburg

 

Weitere Informationen zum Woodcube

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