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Harter Kontrast: Zwei Produktionsgebäude für MPREIS

Einst war es ein kleines Lebensmittelgeschäft, das Therese Mölk 1920 in Innsbruck gründete. Heute zählt das Handelsunternehmen zu den modernsten Österreichs und den größten Tirols. Nach einem Brand im Jahr 2011 entstand ein neues repräsentatives Produktionsgebäude für insgesamt knapp 200 Märkte. Im Wechselspiel von Material und Funktion vereinen sich hier traditionelles Handwerk und moderne Produktion.

Integrale Planung:
ATP architekten ingenieure, Innsbruck
Standort: Landesstraße 16, A–Völs bei Innsbruck

MPreis Produktionshalle, Familienbetrieb Mölk, Tirol, Völs, Österreich, 2013, ATP Architekten und Ingenieure, Außenansicht
Foto: ATP/Thomas Jantscher

Wie eine schuppige »Kruste« und ein messerscharfer »Metallblock« stehen sich die zwei Produktionsgebäude für die Brot- und Fleischherstellung der MPREIS- Familien-GmbH gegenüber. Auf einem gänzlich neu erschlossenen Grundstück befinden sich die zwei Gebäudetrakte knapp 500 Meter entfernt von der Hauptzentrale. Dabei wird durch die für Produktionsgebäude eher unübliche Materialwahl der Fichtenholzschindeln die Verbundenheit zur Alpenregion deutlich spürbar.

Knapp 39 Millionen Euro flossen in den Neubau des zweigeteilten Produktiongebäudes, der durch einen Brand im Jahr 2011 nötig geworden war. Dabei sollte aber nicht nur Ziel sein, mit einer Architektursprache zu reagieren, die der Entwicklung des Familienunternehmens und der neuen Einkaufskultur gerecht wird.

Im Vordergrund stand vor allem auch die Arbeit mit umweltfreundlichen und nachhaltigen Technologien. Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, die Nutzung des Grundwassers für Kühlzwecke und die Strom- und Wärmeversorgung durch ein eigenes Blockheizkraftwerk ermöglichen nicht nur Energieeffizienz und eine gute Ökobilanz für das Gebäude, sondern speisen überschüssigen Strom auch wieder in das öffentliche Netz ein.

MPreis Produktionshalle, Familienbetrieb Mölk, Tirol, Völs, Österreich, 2013, ATP Architekten und Ingenieure, Außenansicht, Bäckereibereich
Foto: ATP/Thomas Jantscher

Die beiden Produktionsgebäude werden durch ein zentrales Technikgebäude miteinander verbunden. Es beherbergt Funktionseinheiten wie technische Einbauten, Schulungsräume, den Verkauf und den Empfang, der über eine Brücke im Süden vom Parkplatz aus erschlossen wird. Angeliefert wird über die Nordseite des Komplexes. So müssen Mitarbeiter, die über die Brücke ins Gebäude gelangen, die Anlieferungsbereiche nicht durchqueren.

MPreis Produktionshalle, Familienbetrieb Mölk, Tirol, Völs, Österreich, 2013, ATP Architekten und Ingenieure, Außenansicht, Bäckereibereich
Fotos: ATP/Thomas Jantscher
MPreis Produktionshalle, Familienbetrieb Mölk, Tirol, Völs, Österreich, 2013, ATP Architekten und Ingenieure, Außenansicht, Bäckereibereich und Fleischereibereich, Übergang

Eine Besonderheit des Konzeptes stellt auch die Erweiterungsmöglichkeit der Produktionshallen dar. Während der Bäckereibereich im Westen um eine Achslänge erweitert werden kann, kann der Fleischereibereich sogar in Ost- und Westrichtung jeweils um eine Achse von 11,2 Metern erweitert werden. Das zentrale Technikgebäude bildet dann weiterhin den fixen Pol der Anlage. Der ebenerdige Warenfluss verläuft vom Eingang im Norden zum Ausgang im Süden des Komplexes. Kunden und Angestellte hingegen betreten und erschließen das Gebäude entgegengesetzt. Eine leichte Erhöhung um 1,2 Meter dient dem Insektenschutz und ermöglicht eine bequemere, schnellere Anlieferung. 

MPreis Produktionshalle, Familienbetrieb Mölk, Tirol, Völs, Österreich, 2013, ATP Architekten und Ingenieure, Außenansicht, Fleischereibereich
Foto: ATP/Thomas Jantscher

Das Wechselspiel der Materialien und Funktionseinheiten schafft nicht nur eine visuelle Trennung der Bereiche. Die krustige, schuppige Fichtenschindel-Fassade der Brotproduktionsbereiche formt einen fast wohnlichen Charakter der Anlage. Etagenübergreifende Fensterelemente unterbrechen ein, sonst womöglich monoton wirkendes Erscheinungsbild. Im Kontrast dazu präsentiert sich der Fleischproduktionsbereich: Vollständig verspiegelt mit blankgeglühten und kaltgewalzten Metallpaneelen wirkt er wie ein scharfer Metallblock. Kleingliedrigkeit als Sinnbild handwerklicher Tradition und metallische Klarheit als Metapher für moderne Produktionsabläufe bilden zusammen das konzeptuelle und visuelle Spannungsfeld für ein überzeugendes Ensemble.


weitere Informationen:

Fertigstellung: 05/2013
BGF: 28.525 m²
BRI: 173.710 m3

Weitere Projekte zum Thema »Industriebau« lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe DETAIL 2015/3

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 3/2015

Konzept: Industriebau

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