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Hausbesitzer sanieren immer weniger

Nach Schätzungen der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) sind die hocheffizienten energetischen Gebäudesanierungen 2011 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte zurückgegangen. Wesentliche Gründe dafür seien der seit Monaten schwelende Streit um steuerliche Anreize und die finanziell nicht ausreichenden Förderprogramme, so die dena.

Hausbesitzer sanieren immer weniger
dena

Die dena fordert deshalb die Bundesregierung und die Bundesländer auf das Fördervolumen für die Gebäudesanierung auf 5 Milliarden Euro zu erhöhen. In diesem Jahr stehen im Rahmen der KfW-Förderung lediglich rund 930 Millionen Euro zur Verfügung – das ist weit weniger als in den Vorjahren. 2012 sollen die Fördermittel auf 1,5 Milliarden Euro steigen.

"Die Zahlen, die uns zur Entwicklung des Sanierungsmarktes vorliegen, sprechen eine deutliche Sprache. Die Hausbesitzer sind extrem verunsichert und nehmen energetische Sanierungen immer weniger in Angriff", erklärt Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

Steuererleichterungen sind vom Tisch
Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass es mit der steuerlichen Förderung von Gebäudesanierungen wohl nichts wird. Die Bundesregierung hatte im Rahmen der Energiewende geplant, dass künftig jährlich zehn Prozent von Kosten für energetische Sanierungen von der Steuer abgesetzt werden können. Aber die Bundesländer, die bis zu 900 Millionen Euro der erwarteten Steuerausfälle von 1,5 Milliarden Euro hätten tragen sollen, sind dagegen.

Fördern rechnet sich – auch für die öffentliche Hand
Dabei hat eine Studie im Auftrag des Verbändekreises Energieeffizienz und Klimaschutz am Beispiel einer steuerlichen Förderung der Heizungssanierung gezeigt, dass eine staatliche Sanierungsförderung deutlich mehr Geld in die Kassen von Bund, Ländern und Kommunen spült, als sie den Staat kostet. So würde jeder Euro Mindereinnahmen aufgrund von Steuererleichterungen durch ca. 1,17 Euro Steuermehreinnahmen mehr als ausgeglichen. "Es ist für uns völlig unverständlich, warum sich die Bundesländer gegen den Steueranreiz sperren. Dieses Instrument wäre eine bundesweite und flächendeckende Wirtschaftsförderung, da insbesondere der Mittelstand und das Handwerk davon profitieren", sagte dena-Chef Kohler.

Enttäuscht vom „Aus“ für die steuerliche Absetzbarkeit zeigte sich unterdessen auch EU-Kommissar Günther Oettinger: „Sollten wir am Ende keine verbindlichen Instrumente zur Reduzierung des Energieverbrauchs haben, rate ich jedem Politiker gerade in Berlin, das Zauberwort Energieeffizienz in seinen Musterreden nie mehr zu gebrauchen“, sagte er in einem Interview mit der Zeitschrift „Cicero“.

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