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Matador Architects, Design Center Mons, Belgien, Foto Tim van de Velde

Herausragendes Verbindungsstück: Design Center Mons

Der Anbau scheint simpel, die Wirkung jedoch groß. Materiell und farblich im Kontrast zum Bestand erhält das historische Stadthaus einen Gebäudeflügel, der sich in luftig leichter Stahlbauweise über die gesamte Länge des Grundstücks erstreckt. Die Fläche dazwischen bildet nun einen öffentlichen Hof und Kommunikationsraum zwischen alt und neu. Zwar ist der Neubau lediglich von der Hinterseite des Grundstücks zu sehen, dort kragt er aber mit gekonnter Geste über die historischen Mauern hinaus und zieht alle Blicke auf sich. Mit einer großzügigen Öffnung schafft er Aus- sowie Einblicke und fungiert gleichzeitig als Infotafel, die Aufschluss über innere, aktuelle Aktivitäten des Designriegels gibt.

Beherbergt werden in dem Komplex verschiedenste Einrichtungen wie Büroflächen und Labore für Jungunternehmer und Kreative, sowie Ausstellungs-, Konferenz- und Veranstaltungsräume. Anlehnend an die teilweise weiß gestrichenen Mauerwerkswände des Hauptbaus wählten die Architekten eine Gebäudehülle aus ebenso weißen Streckmetallpaneelen. Diese sind semitransparent und von den Besuchern eigenhändig verschiebbar. So entstehen nicht nur eine aktive Fassade des halboffenen Erschließungsgangs, sondern immer wieder divergente und spannende Blickbezüge zwischen Neubau, Hof und Altbau. Während die äußere Erscheinung des Altbestandes gewahrt werden sollte, kreierten die Architekten durch Umstrukturierungen und dem Verändern von Raumnutzungen helle und fließende Innenräume. Kleinere Räume wurden so zu Büros,  größere zu Konferenz- und Eventbereichen.

Ziel des Titels »Kulturhauptstadt« ist vor allem Menschen durch kulturelle Veranstaltungen in die Städte zu ziehen und Kultur allgemein zu fördern.  In Mons hat diese Situation unbestreitbar zu Veränderungen der Stadt geführt. Nicht nur Daniel Libeskind entwarf dort vor nicht allzu langer Zeit ein Kongresszentrum, welches Assoziationen zu einem gestrandeten Schiffsbug erweckt, ebenso wurden fünf neue Museen eröffnet. Das »House of Design« ist nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes, aber auch eines, das wieder einmal zeigt, wie Architektur Stadt, Kultur und Menschen beeinflusst und Stadträume durch gekonnte Eingriffe wie räumliche Einfassungen verbessert werden können.

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weitere Informationen:

Kollaboration: Vanessa Denayer
Fotos: Tim Van de Velde

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