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"Himmelstreppe" im Teufelsmoor


Mehr zum Thema: Treppen, Wege, Rampen

Architekt: Johannes Schneider Architekt, Bremen

Foto: A. Güth
Himmelstreppe, Teufelsmoor, Schneider
Foto: F. Bertzbach
Himmelstreppe, Teufelsmoor, Schneider
Foto: A. Güth
Himmelstreppe, Teufelsmoor, Schneider
Foto: J. Faust

Das Teufelsmoor, ein Stück flaches Land zwischen den Flüssen Wümme und Oste, nordöstlich von Bremen galt zunächst als unfruchtbares Stück Erde. Erst im 18.-Jahrhundert begannen Siedler das Gebiet zu kultivieren. Sie mussten das Land aber zunächst entwässern, um es nutzbar zu machen. Dazu legten sie ein Netz aus Kanälen an, das auch dem Transport diente. Der Handel mit Brenntorf war naheliegend und bis zum 1. Weltkrieg lukrativ, danach gewann Steinkohle an Bedeutung und verdrängte den Torf als Brennstoff.

Hoch- und Niedermoore, Flüsse und Überschwemmungslandschaften bieten heute gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und interessierten Gästen Einblicke in die Natur. In den nassen Moorwiesen des Teufelsmoors lassen sich während der Brutzeit die Balzflüge der Wiesenvögel beobachten und während der winterlichen Überschwemmungen bieten Sing- und Zwergschwäne, Graugänse und andere nordische Vögel ihr Gastspiel. Im Rahmen eines Naturschutzgroßprojektes sollen die naturnahen Lebensräume im Teufelsmoor deshalb erhalten und wiederhergestellt werden. Eine der vielen Maßnahmen besteht in der Errichtung mehrerer Aussichtstürme, die Besucher lenken und der Natur näher bringen sollen.

In der unteren Hammeniederung wurde nun der erste Turm realisiert. Spaziergänger, Wanderer, Vogelkundler oder Schulklassen und andere Gruppen können nun von dort die Aussicht auf die Postwiesen und die Niederung der Hamme bis hin zum Weyerberg in Worpswede genießen. Von der überdachten Aussichtsplattform mit Sitzbank in ca. sieben Metern Höhe gelangen die Besucher noch zwei Meter weiter nach oben auf eine kleine Kanzel am Ende der »Himmelstreppe«.

Das Tragwerk des insgesamt ca. zehn Meter hohen Aussichtsturms bildet eine verzinkte Stahlkonstruktion, größtenteils mit Lärche verkleidet. Treppenkonstruktion und Podeste sind mit massiven Eichebohlen belegt. Wegen des moorigen Bodens erfolgte die Gründung bis in fünfzehn Meter Tiefe über fünf Rohrhülsenpfähle. Der europäischen Fond für regionale Entwicklung finanzierte das Projekt zu 72%, den Rest des Geldes stellten der Landkreis und Landesmittel zur Förderung »Natur erleben und nachhaltige Entwicklung« zur Verfügung.

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 6/2009

Treppen, Wege, Rampen

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