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Himmlisch empor getreppt: Feuersteinhaus in England

Zwei Gesteinskörper, von mystischem Morgennebel umgeben, ruhen in der englischen Landschaft bei Waddesdon. Aufgrund des für England eher ungewöhnlichen Materials Feuerstein, vermutet man hinter den beiden sonderbaren Figuren auf den ersten Blick traditionelle, ländliche Häuser oder ein Jahrhunderte altes Kirchenensemble. Tatsächlich handelt es sich aber um das kürzlich fertiggestellte Landhaus für den Kunstsammler Lord Rothschild. Durch die intensive Zusammenarbeit von Architekten, Bauherr, Künstlern und Fotografen während des gesamten Bau- und Entstehungsprozesses, ist inmitten der bäuerlichen Region Englands, mit ursprünglich eher konservativen Bauten, eine unkonventionell gestaltete Wohnskulptur entstanden. Im Haupthaus sind auf insgesamt 465 m2 drei Schlafzimmer, eine Küche mit Essbereich sowie eine Bibliothek untergebracht. Das 115 m2 große, eigenständige Nebengebäude bietet eine geräumige Unterkunft für Gäste.

Die Region ist gekennzeichnet durch ihr Feuersteinvorkommen, was das Büro Skene Catling de la Peña dazu inspirierte, dieses historische Gestein in dem Landhaus zu verbauen und neuartig transformiert in Szene zu setzen: Das Aussehen der geschichteten Natursteinfassade wird zunehmend subtiler und scheint sich gen Himmel regelrecht aufzulösen. Den Sockelbereich verzieren grob gehauene Feuersteine, eingebettet in schwarzen Mörtel. Zusammen mit der Schichtung steigt auch der Kalkanteil der Steine, wodurch die raue dunkle Fassade in eine geordnete graue übergeht und mit einer feinen weißen Struktur endet. Die abschließenden Platten auf der getreppten Dachneigung sind in sechs Farbnuancen differenziert und vervollkommnen die atmosphärische Verschmelzung des oberen Gebäudeteils mit dem Himmel.

Nur an einer Stelle im Gebäudeinneren kommt der mit hohem Kalkanteil aufgehellte Feuerstein erneut zum Vorschein: Bei dem „grottenartig“ inszenierten Übergang, der die zentral angelegten, offenen Gemeinschaftsräume, von den diskreteren Privatbereichen an den Enden des Gebäudes trennt. Die Wände des Korridors flankieren einen flachen Wasserlauf inmitten des Hauses. Das über der seichten Quelle liegende schwarze Glas reflektiert die umliegende Natur und holt das Äußere nach Innen.
Einzig die vielen rechteckigen Fensteröffnungen mit ihren bodentiefen Verglasungen durchbrechen die mystische Atmosphäre des gesamten Gebäudekomplexes und holen einen ins Hier und Jetzt zurück.

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