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Hochschul-Neubau im städtebaulichen Kontext

Neubau Hochschulgebäude in München
Alle Fotos: Stefan Müller-Naumann/GIMA Girnghuber GmbH, D-Marklkofen

Um dem doppelten Abiturjahrgang 2011/2012 sowie der demografischen Entwicklung der geburtenstarken Jahrgänge, die jetzt an die Hochschulen drängen, Rechnung zu tragen hat der Freistaat Bayern die Errichtung eines neuen Hochschulgebäudes in München auf einer Hauptnutzfläche von 6000 m2 an der Dachauer Straße ausgeschrieben. Die Münchner Grundbesitz-Verwaltungs-GmbH bekam den Zuschlag. Geplant und später auch betreut wurde der Bau von SAM Architekten. Teilbereiche, und hier insbesondere die Fassadengestaltung, waren darüberhinaus Inhalte eines zusätzlichen Realisierungswettbewerbs, zu dem fünf renommierte Architekturbüros aufgefordert wurden und der von Steidle Architekten, München gewonnen wurde.

Das neue Gebäude liegt im städtebaulichen Kontext mit denkmalgeschütztem Baubestand aus dem späten 19. Jahrhundert. Die von Bauamt und Hochschule vorgegebenen    grundsätzlichen Nutzungsstrukturen sahen demzufolge dann auich entlang der Dachauer Straße eine kleinteilige Institutsnutzung vor und in der Grundstückstiefe die Hörsaal- und Seminarbereiche. Gleichzeitig sollte der Neubau zu einer repräsentativen Adresse werden und sich insbesondere im Bereich der Dachauer Straße überzeugend in die stadträumliche Umgebung einfügen. Der aus dem Realisierungswettbewerb hervorgegangene Entwurf von Steidle reagierte auf diese Vorgaben. So wurde die entlang der Dachauer Straße durch Einzelhäuser geprägte heterogene Stadtstruktur aufgegriffen und der Hochschulneubau von dem um 1900 als frei stehendes Gebäude konzipierten Wohnhaus abgerückt.

Auch das Klinkermaterial der Fassadenhaut, zumindest soweit sie von den angrenzenden Straßen aus sichtbar ist, bezieht sich auf die historische Nachbarschaft des Zeughauses, das in den Jahren 1861 bis 1865 als Rotziegelbau entworfen worden war. Die bunten natürlichen Brennfarben seines ursprünglichen Mauerwerks wurden aufgenommen. Den bündigen keramischen Oberflächen kommt dabei eine wesentliche gestalterische Wirkung zu. Der Ziegel wird hier zwar als traditionelles Material aufgegriffen, jedoch völlig neu interpretiert. Das Ergebnis sind sehr schmale, farblich differenzierte, senkrecht verarbeitete Klinkerriemchen. Die speziell dafür von der Firma Gima, Girnghuber GmbH in Marklkofen, gefertigten und in einem strengen Raster nach den Farb- und Positionsplänen der Architekten verarbeiteten Riemchen sind 490 mm lang und 42 mm breit und wurden in vier Farben geliefert: Schwarz, Weiß, Rot und Altgelb-Rötlich. Der Scherben ist durchgefärbt, d.h. es wurden keinerlei Engoben oder sonstige Farbaufträge verwendet, entsprechend der Anlehnung an das naturbelassene Rotziegelmaterial des benachbarten Zeughauses. Die Klinkerlbekleidungen des Neubaus besetzen winkelförmig die süd- und westseitigen Fassaden; die übrigen Bereiche wurden als monochrome Putzoberflächen ausgeführt, die Nord- und Ostfassaden in Grau, Innenhof und Staffelgeschoß in Weiß.

www.gima-ziegel.de

Klinkerriemchen von GIMA
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2013

Sanierung, Umnutzung, Ergänzung

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