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Hoffnung für Gaza

Bei der „COP17“-Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Durban werden nicht nur die Möglichkeiten künftiger Klimaschutzabkommen diskutiert. Der italienische Architekt Mario Cucinella hat dort seinen Entwurf für klimaneutrale Schulen in den Palästinensergebieten des Nahen Ostens vorgestellt.

klimaneutrale Schulen in den Palästinensergebieten

Insgesamt rund 20 Schulen wollen Cucinella und seine Partner in den kommenden Jahren in Gaza, der West Bank sowie den von Palästinensern bewohnten Gebieten in Libanon, Jordanien und Syrien errichten. Am Projekt beteiligt sind unter anderem die UN-Tochterorganisation UNRWA (United Nations Relief and Work Agency), die die Lebensumstände der weltweit rund 5 Millionen registrierten palästinensischen Flüchtlinge verbessern will, die Islamic Development Bank und der kuwaitische Fonds für wirtschaftliche Entwicklung im arabischen Raum (Kuwait Fund for Arab Economic Development).

Klimaangepasstes Bauen, weitgehende Unabhängigkeit von Versorgungsnetzen und die Nutzung lokaler Ressourcen waren die wichtigsten Ziele beim Entwurf der Schulen, von denen die erste demnächst in Gaza entstehen soll. Im Einzelnen sollen die Schulen CO2-neutral sein und kein Trinkwasser für die Toilettenspülung und die Bewässerung, Reinigung und die Bewässerung von Freianlagen benötigen.

klimaneutrale Schulen in den Palästinensergebieten
klimaneutrale Schulen in den Palästinensergebieten

Das wesentliche Merkmal der Schulen ist das weit auskragende Dach, das auf mächtigen Hohlstützen aus Beton ruht. Seine Oberseite wird mit Dünnschicht-Photovoltaik bestückt, die Elektrizität für die Schulen spendet und überdies relativ unempfindlich gegen Teilverschattung ist. Das ist deswegen relevant, weil das Dach von Bäumen überragt wird, die ebenfalls Schatten spenden.

Der Clou der Konstruktion sind jedoch die Stützen, die als wahre Multifunktionstalente konzipiert wuden. Sie bestehen aus Abwasserrohren zweierlei Durchmessers – 2,22 und 1,5 Meter – die ineinander gesteckt werden und so eine „verlorene Schalung“ ergeben. Der Zwischenraum zwischen den Röhren wird mit Bewehrungsstahl versehen und mit Beton ausgegossen. Die so entstandenen Hohlstützen werden teils mit dem Aushubmaterial vom Bau der Schulen gefüllt und dienen dann als riesige Pflanztröge. Teils bleiben sie innen hohl und sollen die natürliche Entlüftung der Gebäude mittels des Kamineffekts unterstützen.

klimaneutrale Schulen in den Palästinensergebieten

Das dritte wichtige Element im Klimakonzept ist das Erdreich unterhalb der Schule, das zum einen als Klimapuffer dient und zum anderen die Wassertanks aufnehmen soll, in denen das vom Dach ablaufende Wasser gespeichert wird. Dieses wird später wieder zur Toilettenspülung, Reinigung und in Trockenperioden für die Bewässerung genutzt.

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