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Hohe Qualität und tragbare Kosten bei der Modernisierung

Zehn Projekte zur Modernisierung von Wohngebäuden aus ganz Deutschland erhielten den »Deutschen Bauherrenpreis Modernisierung 2011/12«. Zwei der Preisträger bekamen dazu den Sonderpreis »Denkmalschutz im Wohnungsbau«.

Die Auslober verfolgten nach eigenen Angaben die Absicht, auch und vor allem Projekte mit experimentellem Charakter auszuzeichnen, in denen Gewohntes und Herkömmliches, aber auch Normen und Vorschriften in Frage gestellt worden sind. Gerade solche Projekte seien geeignet, die Diskussion über neue Wege im Wohnungsbau und im Umgang mit vorhandener Substanz zu beleben und weiterzuführen.

Die Preisträger

Köln-Riehl, Naumannsiedlung
Eine historische Siedlung aus den 1920er Jahren - Sanierte Moderne
Sonderpreis „Denkmalschutz im Wohnungsbau“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Bauherr und Eigentümer: GAG Immobilien AG, Köln
Entwurf und Planung: forstbachconsulting baumanagement GmbH, Köln

Gebäude nach Sanierung
Alle Fotos, sofern nicht anders bezeichnet: Broschüre Deutscher Bauherrenpreis Modernisierung 2011/12
stark sanierungsbedürftig,
2006: stark sanierungsbedürftig,

Wildau, Schwartzkopff-Siedlung
Gründerzeit trifft Moderne: Modernisierung einer denkmalgeschützten Arbeitersiedlung
Sonderpreis „Denkmalschutz im Wohnungsbau“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Bauherr und Eigentümer: WiWo Wildauer Wohnungsbaugesellschaft mbH, Wildau
Entwurf und Planung: Senator. Project Management Service GmbH, Dresden / Berlin

Die „Neue Mitte“ der Gemeinde Wildau
2011: Die „Neue Mitte“ der Gemeinde Wildau, Foto: Dagmar Weidemüller
Wildau, Schwartzkopff-Siedlung
Wildau, Schwartzkopff-Siedlung

Ingolstadt, Dörflerstraße
„Grüner Wohnen“ - Neue Adresse im Konradviertel

Bauherr und Eigentümer: GWG Gemeinnützige Wohnungsbau-Gesellschaft Ingolstadt GmbH, Ingolstadt
Entwurf und Planung: Ebe + Ebe + Partner, München

Grüner Wohnen im Konradviertel
Ingolstadt, Dörflerstraße
Gebäude in Ingolstadt vor Sanierung
Baujahr 1962

Bodman-Ludwigshafen, Schlössleweg
Mehrfamilienhaus mit Panoramaebene

Bauherr und Eigentümer: Baugenossenschaft HEGAU eG, Singen
Entwurf und Planung: Ingo Bucher-Beholz, Freier Architekt BDA, Gaienhofen

Wohnhaus in Bodman-Ludwigshafen
Bodman-Ludwigshafen, Schlössleweg
Neu gestalteter Eingang des Gebäudes
Neu gestalteter Eingang

Senftenberg, Häuerstraße
Modernisierung von Wohngebäuden der 1980er Jahre zu Mehrgenerationenmietshäusern

Bauherr und Eigentümer: Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Senftenberg
Entwurf und Planung: Zimmermann + Partner, Architekten BDA, Cottbus

Gebäude nach der Sanierung
Foto: Birgit Dworak, Steffen Rasche
Gebäude vor der Sanierung
Gebäude vor der Sanierung

Berlin-Reinickendorf, Märkisches Viertel, Wilhelmsruher Damm
Energetische Sanierung des längsten Wohnhauses Deutschlands

Bauherr und Eigentümer: GESOBAU AG, Berlin
Entwurf und Planung: DAHM Architekten + Ingenieure, Kerk-Oliver Dahm, Berlin

Weitgehend warmmietenneutrale Komplettsanierung
DENA-Modellvorhaben: weitgehend „warmmietenneutrale“ Komplettsanierung mit einer Qualität von 70 % Neubaustandard EnEV 2009.

Saalfeld/Saale, Grüne Mitte
Umnutzung eines denkmalgeschützten Verpackungsmittelwerks in Servicewohnungen

Bauherr und Eigentümer: AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V. , Saalfeld
Entwurf und Planung: k.u.g.-Architekten Kodisch.Ullrich.Gasmann, München

Ehemalige Industrieareal wurde zur Grünen Mitte in der Stadt.
Das ehemalige Industrieareal wurde zur »Grünen Mitte« in der Stadt.
Das alte Produktionsgebäude sollte ursprünglich abgerissen werden
Das alte Produktionsgebäude sollte ursprünglich abgerissen werden

Bochum, I. Parallelstraße / Grillparzerstraße
Umbau und Modernisierung der Wohnsiedlung „Grummer Karree“aus den 1920er Jahren

Bauherr und Eigentümer: VBW BAUEN UND WOHNEN GMBH, Bochum
Entwurf und Planung: Öko Zentrum NRW GmbH, Hamm, und Architekten Pietrowski Partnerschaftsgesellschaft, Bochum

Gebäude mit Sprossenfenster und Gesimsband
Die Gebäude erhielten Sprossenfenster und um die Fassade läuft als charakteristisches Merkmal ein Gesimsband. Beide Elemente entsprechen dem Stil der Entstehungszeit des Karrees.
Gebäude vor Vor Maßnahmebeginn
Vor Maßnahmebeginn: Leerstandsquote der Wohnungen 30 %
Bruchsteinwände mit Kalkschwämme
Die vorhandenen Bruchsteinwände wurden mit einer dünnen Kalkschlämme überzogen. Ein über alle Geschosse schwarzer Linoleumboden unterstützt die historische Substanz.
Gebäudefassade

Weiden in der Oberpfalz, Pfarrplatz
Umbau und Modernisierung eines Altstadthauses

Bauherr und Eigentümer: Hans-Jürgen Kuttner, Weiden i.d.Opf.
Entwurf und Planung: Brückner & Brückner Architekten GmbH, Tirschenreuth

Lutherstadt Wittenberg, Jüdenstraße
CAMPUS im CAMPUS: Historische Hülle - Internationales Innenleben

Bauherr und Eigentümer: WIGEWE Gesellschaft für Wohneigentum mbH, Lutherstadt Wittenberg
Entwurf und Planung: bc Architekten + Ingenieure GmbH, Lutherstadt Wittenberg

Denkmalgerechte Sanierung
Denkmalgerechte Sanierung
Umnutzung einer Bauruine zu einem internationalen Bildungsstandort
Umnutzung einer Bauruine zu einem internationalen Bildungsstandort

Den Vorsitz der Jury hatte Prof. Dipl.-Ing. Hans Günther Burkhardt, Architekt des BDA, inne. Eine Dokumentation der prämierten Projekte stellt der GdW als PDF-Download zur Verfügung. Ferner werden die ausgezeichneten Projekte in einer Wanderausstellung präsentiert.

Die Anzahl der Bewerbungen war geringer als bei der letzten Auslobung des Wettbewerbs: 54 von 85 eingereichten Projekten erreichten die zweite Stufe des Verfahrens und kamen damit in die engere Wahl. Die Preisverleihung fand am 10. Januar 2012 auf der Baufachmesse DEUBAU in Essen statt.

Die eingereichten Projekte wurden nach sieben Kriterien beurteilt:

1. Wirtschaftlichkeit und tragbare Kosten

  • regionalbezogen günstige Baukosten

  • angemessene Folgekosten für Bewirtschaftung und Instandhaltung

  • vertretbare Energie- und Umweltkosten

  • kostenbewusste Handhabung von Normen und Vorschriften

2. Städtebau

  • Einbindung in den städtebaulichen und historischen Kontext

  • Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz

  • städtebauliche Erschließung, Ver- und Entsorgung

  • Berücksichtigung stadtökologischer Erkenntnisse

3. Architektur

  • qualitätvolle Bauwerksgestaltung
  • standortgerechte Materialwahl

  • vorbildliche Details und Konstruktionen

  • hohe Funktionalität und gute Grundrisse

  • nutzerfreundliche Wohnumfeldgestaltung

4. Energieeffizienz und Klimaschutz

  • Nutzung erneuerbarer Energien

  • Ressourcenschonung und Dauerhaftigkeit in ganzheitlicher Betrachtung

  • Orientierung bei Neubauten auf den Zielwert KfW 40

5. Bauprozess und -logistik

  • innovative und kostengünstige (Systembau-)Bauweisen

  • zügige Baustellenabwicklung

  • fortschrittliche Logistik der Baustelle

  • erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Planung und Ausführung

6. Soziale Brauchbarkeit

  • Beitrag zum Zusammenleben verschiedener Generationen

  • Bewohnergruppen und Ethnien

  • Bezug zur sozialen Infrastruktur, zum Wohnumfeld und zum Freiraum

  • Beitrag zur Stabilisierung von Nachbarschaften

  • Anpassbarkeit von Wohnungsgrundrissen an Lebenszyklen und demographische Entwicklung

  • Eignung für Familien mit Kindern

7. Formen und Experimente der Zusammenarbeit

  • mit Politik, Verwaltung und verschiedenen Planungsebenen

  • mit Mietern und anderen Nutzern

  • mit Trägern der sozialen Arbeit durch Gruppenbildung und neue Kooperationsverfahren
    (Bauherrengemeinschaften, Selbsthilfe etc.)

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