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Gonnesweiler, Graft, Seezeitlodge

Holzriegel über Landschaftspanorama: Hotel und Spa Seezeitlodge am Bostalsee

Naherholung wird am Bostalsee im Norden des Saarlands groß geschrieben. Der 1,2 Quadratkilometer große Stausee ist nahezu komplett von Campingplätzen, Ferienwohnsiedlungen, Strandbädern und Wald umgeben. Das neue Hotel-Spa »Seezeitlodge« nimmt in diesem Umfeld eine Art Pole Position ein: Auf einer natürlichen Landzunge an Südostufer des Sees gelegen, bietet das Grundstück einen 180-Grad-Panoramablick über alle Teile des Sees.

Die mit dem Neubau beauftragten Architekten Graft aus Berlin gestalteten das Haus und sein Umfeld mit Sinn für Dramaturgie: Man nähert sich dem Hotel durch einen dichten Eichenwald, ohne den See zu erahnen. In der Annäherung an das Gebäude fährt man zwischen begrünten Hügeln, über denen sich der zweigeschossige Riegel der Hotelzimmer erhebt. Der Weg ins Haus führt zwischen den Hügeln in die Lobby mitten im Erdgeschoss. Hier endlich öffnet sich nun der weite Blick über den See.

Recht geht es weiter in das Restaurant mit seinen 170 Plätzen, linker Hand liegen die drei miteinander kombinierbaren Veranstaltungsräume und dahinter der ausgedehnte Spa-, Fitness- und Saunabereich. Restaurantküche und »Back of House« befinden sich – Nomen et omen – neben der Zufahrt, größtenteils unterirdisch und durch einen innen liegenden Patio belichtet.

Während das Erdgeschoss so gut es geht in die neu geschaffene Topografie des Orts eingefügt ist, bildet der zweigeschossige Obergeschossriegel dazu den größtmöglichen Kontrast. 84 Zimmer und 14 Suiten sind hier entlang schnurgerader Mittelflure angeordnet. Weil der Riegel senkrecht zum Seeufer steht, genießen die meisten von ihnen Seeblick. Ein durchlässiges Lattenwerk aus Holz, das mit der Zeit natürlich vergrauen soll, mildert die Strenge des Riegels etwas.

Für die Innenarchitektur und Lichtgestaltung engagierten die Hotelbetreiber das Büro Nicolay Design aus Stuttgart. Eine zur Hoteleröffnung publizierte Pressemitteilung bezeichnet den Stil der Zimmer, Suiten und Gemeinschaftsbereiche als »geradlinig, lässig, gemütlich, aber auch immer eine Spur überraschend«. Bezüge zum heutigen Charakter der Landschaft ringsum lassen sich darin ebenso aufspüren wie zu deren keltischen Vorgeschichte. In der Lobby inszenierte die Innenarchitektin Birgit Nicolay die Blickachsen Richtung Sonnenuntergang an den Tagen der Winter-und Sonnenwende sowie der Tag- und Nachtgleiche. Die drei Achsen sind durch Messingschienen im Fußboden markiert, die sich im Außenraum fortsetzen und dort auf drei Kunstwerke zuführen, die die unterschiedlichen Jahreszeiten thematisieren.

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Weitere Informationen:

Innenarchitektur und Lichtplanung: Nicolay Design GmbH
Tragwerksplanung: Knippers Helbig GmbH
Landschaftsarchitektur: Ernst Partner
Projektsteuerung: BTB Lauer GmbH & Co. KG
TGA-Planung: ZWP Ingenieur-AG
Energiekonzept: Transsolar Energietechnik GmbH
Bauleitung: Wenzel + Wenzel Freie Architekten

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