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Fletcher Priest Architects, Brunel Building, London

Hommage an einen Ingenieur: Bürobau von Fletcher Priest Architects

Das Brunel Building ist regelrecht umzingelt von Verkehrswegen: Auf Höhe des ersten Obergeschosses rasen die Autos über die Schnellstraße, der Kanal mit Schiffsverkehr liegt vor der Haustür, einen Steinwurf entfernt fahren die Züge in Paddington Station ein und selbst unter dem Gebäude verlaufen noch U-Bahn-Tunnel. Der Bürobau ist exzellent angebunden, keine Frage. Eine Gebäudeecke musste aufgrund der Tunnel abgeflacht werden, doch den verlorenen Raum macht das 17-geschossige Brunel Building in der Höhe wieder wett.

All die neu entwickelten Bürobauten Londons versuchen einen ganz eigenen Charakter zu manifestieren. Die in London, Köln und Riga arbeitenden Architekten Fletcher Priest schlossen sich für das Projekt Brunel Building mit den Ingenieuren von Arup zusammen, um eine außen liegende Tragstruktur zu entwerfen als Hommage an Brunels Infrastrukturbauten in der ehemals industriellen Umgebung am Kanal. Die Gründung des zackigen Netzes bilden gigantische Betonfundamente, wodurch die Lasten auch für Passanten auf der Promenade geradezu spürbar werden.

Im Innenraum ermöglicht diese Konstruktion Spannweiten von 12 bis 16 m zwischen dem betonierten Gebäudekern und der Fassade. Ein hohes Maß an Flexibilität beim Ausbau war den Bauherren wichtig, um Mieter anzuziehen. Die Tragstruktur verschattet außerdem die Fensterbänder und hilft dadurch, den Energiebedarf zu senken. In Zusammenarbeit mit einem weiteren Ingenieurbüro reduzierten Fletcher Priest auch die Dicke des Bodenaufbaus um 100 mm verglichen mit dem üblichen Aufbau für Büros. In Kombination mit unverkleideten Decken wird so ein besonders hoher Raum erzeugt.

1:1 Mockups und digitale Entwurfstechniken waren für die Architekten essentiell beim Bau des Brunel Buildings. Mit Hilfe von VR-Brillen simulierten sie Gänge durch das Gebäude, bei denen sie beispielsweise Konfliktstellen zwischen Leitungen und Trägern im Innenraum lokalisierten. Zahlreiche Maßnahmen zielen auf die ökologische Nachhaltigkeit des Gebäudes: 40 Stockwerke tiefe Bohrlöcher zum Grundwasser dienen als Wärmespeicher, das Abwasser der Duschen wird zum Spülen der Toiletten wiederverwendet und im Beton wurde Hochofenschlacke verarbeitet, die bei der Produktion von Eisen und Stahl anfällt.

Weitere Informationen:

Baubeginn: 2016
Fertigstellung: 2019
BGF: 31248 m2
Baukosten: 129 Mio. €
Umweltzertifikate: BREEAM Excellent, EPC B
Statik, Fassadenplanung: ARUP Elektroberatung: Cundall
Kostenplanung: Arcadis Projektmanagement: Gardiner & Theobald
CDM-Koordination: Jackson Coles / HCD
Bauinspektion: MLM Bauunternehmer: Laing O’Rourke
Landschaftsgestaltung: Plincke / Barton Willmore

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