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Eclisse, Erschließung, Schiebetür, Hotel, Berlin, Sanierung, Denkmalschutz, Schwimmbad

Hotel Oderberger in Berlin: Tür-Relikte in modernem Schiebetürsystem

Zu den Auflagen der Denkmalschutzbehörde gehörte es, möglichst viele historische Elemente zu erhalten. Das mit der Sanierung betraute Büro cpm Architekten aus Berlin konnte den Charakter des geschichtsträchtigen Stadtbads konservieren und gleichzeitig die Brücke in die heutige Zeit schlagen. Das zeigt sich gerade auch im Nutzungskonzept, das über dem eines Hotels weit hinausgeht. Die neu inszenierte ¬Architektur öffnet sich heute nicht nur Touristen, sondern auch den Stadtbewohnern. So lässt sich etwa die in ihrer Funktion erhaltene Schwimmhalle kurzerhand mittels eines Hubbodens auf eine Ebene bringen und somit in einen Veranstaltungsraum und eine Eventlocation umwandeln. Neben der Primärfunktion Hotel sowie dem Schwimmbad mit Wellnesbereich sind ein Restaurant, eine Bar und Schulungsräume für eine benachbarte Sprachschule in dem Gebäude untergebracht.

Initialzündung und Bereiche der Umnutzung
Letzteres lieferte auch die Initialzündung für das Projekt. Die Bauherren Barbara und Dr. Hans-Dieter Jaeschke suchten als Betreiber einer Sprachschule, die sich neben dem ehemaligen Stadtbad Oderberger befindet, nach Unterrichts- und Übernachtungsmöglichkeiten für ihre weltweit angereisten Sprachschüler. Sie kauften die Immobilie vom Land Berlin und gaben den Anstoß zur umfassenden Sanierung. Dabei gehörte es zu den Auflagen, das Schwimmbad wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dieses flankieren nun 70 Hotelzimmer, zwei Appartements und fünf Turmsuiten, die samt der Gastronomiebereiche 2016 eröffnet wurden. Das neue Restaurant ist im ehemaligen Heizhaus untergebracht und erstreckt sich auf einer Fläche von 225 m2 über drei Etagen, während sich die Bar nun in den Räumen der früheren Umkleidekabinen befindet. Für die Schulungsräume wurden zwei bis vier der kleindimensionierten, ehemaligen Bade- und Duschkabinen zusammengefasst. Hier sind beispielsweise die in die Wand eingelassenen Seifenschalen nun zur Stiftablage umfunktioniert.

Formen der Erschließung: Historische Kabinentüren in modernem Schiebetürsystem
Die Architekten konnten in den neu geschaffenen Hotelzimmern eine weitere außergewöhnliche Idee umsetzen, um die erhaltungswürdige Struktur zu erhalten und auszustellen. Sie ließen über 100 schmale Kabinentüren der alten Dusch- und Wannenbäder in ein Schiebetürsystem des Herstellers Eclisse integrieren. Das System stellt eine Rahmenkonstruktion dar, die ohne Bodenschiene auskommt. Fachleute der RestaurierungsWerkstätten Berlin montierten die über 100 Jahre alten Türblätter in einen minimalistischen Holzrahmen zwischen zwei Glasscheiben, die von schmalen Messingprofilen gefasst werden. So kommen die Relikte aus der Kaiserzeit samt ihrer Patina bewusst zur Geltung und ergänzen die ansonsten modern eingerichteten Zimmer um einen ungewöhnlichen Blickfang.

Das sanierte Objekt ist mit dem Berliner Denkmalpreis, der »Ferdinand-von-Quast-Medaille 2017« ausgezeichnet.

www.eclisse.de

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