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Hülle aus Titanzink schützt schottisches Verkehrsmuseum von Zaha Hadid

Rheinzink, vorbewittertpro, Titanzink, Fassadenverkleidung, Fassade, Verkehrsmuseum, Zaha Hadid

Seit 1964 existiert das »Museum of Transport« in Glasgow/Schottland. Das Museum war zunächst in einem ehemaligen Straßenbahndepot untergebracht und ab 1987 im Ausstellungszentrum Kelvin Hall. Da hier aber längst nicht alle Exponate gezeigt werden konnten, fiel die Entscheidung für einen Neubau, der direkt am River Clyde entstehen und zugleich das Hafengebiet aufwerten sollte.

Den Auftrag für Planung und Realisierung erhielt die Architektin Zaha Hadid aus London. In Formgebung und Grundriss ähnelt das neue Verkehrsmuseum, das »Riverside Museum«, einer unregelmäßig gefalteten und zweimal gebogenen Serviette, deren Anfang und Ende aus zwei komplett verglasten Giebeln bestehen. Hier startet der Besucher seine Reise durch einen Museumstunnel, der die Blicke auf die rund 3000 Exponate lenkt. Die unterschiedlichen Ausstellungsbereiche gehen fließend ineinander über. Die sichtbaren Unterseiten der gefalteten Serviette unterstreichen die Fließrichtung und führen den Besucher durch das Museum. Der Museumstunnel ist im Innern komplett stützenfrei und behindert somit nicht den Besucherstrom oder bringt ihn ins Stocken. Möglich wurde dies durch ein Faltwerk aus Stahl, das eine Breite von 35 m und eine Länge von 167 m überspannt. Diese weichen, fließenden Übergänge kennzeichnen auch die äußere Gestaltung des Museums. Fassade und Dach gehen ohne Absätze oder Vorsprünge ineinander über.


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Um das gewünschte einheitliche Erscheinungsbild zu erhalten, besitzen Fassaden- und Dachbekleidung den gleichen Aufbau. Die Unterkonstruktion besteht aus Stahltrapezblechen, die auf der Stahlkonstruktion montiert wurden. Darauf wurden Bitumendichtungsbahnen, Mineralwolle, Holzwerkstoffplatten und eine Unterspannbahn verlegt. Als Bekleidung kam Titanzink von Rheinzink in einer Stärke von 0,8 mm zum Einsatz. Dieser Baustoff zeichnet sich durch außergewöhnliche Langlebigkeit aus und benötigt keinerlei Wartung. Der Grund liegt in der Patina, die sich durch natürliche Bewitterung entwickelt und den Werkstoff zuverlässig vor Korrosion schützt. Es handelt sich hierbei um eine Zinkkarbonatschicht, die sich auch im Falle einer Beschädigung sofort wieder neu bildet. Die Entwicklung dieser Schutzschicht ist ein natürlicher Prozess, der langsam und ungleichmäßig abläuft und unter anderem von Regenhäufigkeit, Himmelsrichtung und Flächenneigung abhängt. In dieser Phase kann die Ober­fläche aufgrund von Lichtreflexionen ein unruhiges Aussehen erhalten. Deshalb hat Rheinzink ein Beizverfahren für die Oberflächenqualitäten »vorbewittertpro blaugrau« und »vorbewittertpro schiefergrau« entwickelt. Da mit dem Beizverfahren nur der Farbton der Schutzschicht erzielt wird, bleibt die Eigenschaft von Rheinzink-Titanzink, die lebenslang schützende Patina zu bilden, vollständig erhalten. Am Riverside Museum wurde die Oberflächenqualität »vorbewittertpro blaugrau« verwendet. An der Fassade wurde das Titanzink in Winkelstehfalz- und auf dem Dach in Doppelstehfalztechnik verlegt. Insgesamt wurden rund 200 t Rheinzink-Titanzink hauptsächlich in den Bandbreiten 675 und 575 mm verlegt. Um die Schare an die komplexe Dachgeometrie anzupassen, waren darüber hinaus Bandbreiten bis zu 1000 mm notwendig. Die Profile wurden aus dem Material Rheinzink-ProRoofing, blaugrau, das zusätzlich eine unterseitige Beschichtung aufweist, ausgeführt. Hierbei handelt es sich um eine organische Beschichtung, die die Profile vor Zinkhydroxidbildung aufgrund von temporär auftretender Feuchtigkeit bei Lagerung und Transport schützt.

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2011

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