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Im Bambuskorb: Shop von Kengo Kuma

Taiwanesische Gastfreundschaft kommt nach Japan! Ein für die Marke Sunny Hills entworfener Shop in Tokios Stadtteil Minami-Aoyama überrascht mit seiner Bienenstock-ähnlichen Struktur aus Hinoki und lädt die vorbeigehenden Passanten dazu ein, die Funktion des Neubaus zu erraten.

Architekten: Kengo Kuma & Associates, Tokio
Standort: Minami Aoyama 3-10-20, Tokio

Shop in Tokio von Kengo Kuma
Foto: Daici Ano

Der neue Sunny Hills Shop, spezialisiert auf den Verkauf von Ananas-Kuchen, liegt mitten in einem Tokioter Wohngebiet, nur ein paar Blocks vom Stadtzentrum entfernt. Mit dem Entwurf entschied sich Kengo Kuma bewusst gegen eine streng wirkende Betonhülle, für eine Wärme ausstrahlende Holzoberfläche. Die zum Einsatz gekommene japanische Zypresse, auch Hinoki genannt, ist eine in Japan weit verbreitete Holzart und ein beliebtes traditionelles Baumaterial.

Bereits 2004 startete das Atelier Kengo Kuma die Projektreihe "Cidori", die sich mit traditioneller japanischer Architektur beschäftigt. Mit dem Ziel, die Ära maschinell hergestellter Architekturen zu beenden und die Menschen zu motivieren wieder selbst zu bauen, untersuchte der Architekt mehrere Holzbausysteme.

In der Folge konnte er die gewonnenen Erkenntnisse bereits bei größeren Bauten umsetzen: So entstand im Jahr 2010 das Prostho Museum Research Center, ein zehn Meter hohes Gebäude, das seine Inspiration aus dem traditionellen japanischen Cidori-Spielzeug zieht, bei dem hölzerne Stäbe ohne Nägel oder andere Verbindungsmittel, allein durch entsprechende Ausfräsungen miteinander verbunden werden. Auch die Starbucks-Filiale in Tokio basiert auf diesem System und verwendet für die Struktur mehr als 2000 stabförmige Hölzer. Sunny Hills ist eine Weiterentwicklung, die dreigeschossige Holzstruktur wird ohne Nägel und Leim fixiert.

Shop in Tokio von Kengo Kuma
Foto: Daici Ano

Ähnlich den Skulpturen des Künstlers Tadashi Kawamata, besteht die äußere Haut des Gebäudes aus ineinander gesteckten Holzstäben. Dieses System lehnt sich an das herkömmliche Bauverfahren der japanischen Holzarchitektur an, die sogenannte Jiigoku-Gum Methode, bei der zwei sich überlagernde Schichten durch eine dritte Schicht fixiert werden.

Shop in Tokio von Kengo Kuma
Schnitt, Grafik: Kengo Kuma & Associates
Shop in Tokio von Kengo Kuma
Grundrisse, Grafik: Kengo Kuma & Associates

Die schmalen, nur 60 mm starken Lamellen sind in einem Winkel von 30 und 60 Grad angeordnet, im Gegensatz zu herkömmlichen Verbindungen im 90-Grad-Winkel. Sie formen Hunderte von rautenförmigen Aussparungen im Decken- und Wandbereich, die von lokalen japanischen Handwerkern montiert wurden.

Shop in Tokio von Kengo Kuma
Baustellenfotos: Kengo Kuma & Associates
Shop in Tokio von Kengo Kuma
Shop in Tokio von Kengo Kuma
Baustellenfoto: Kengo Kuma & Associates

Kürzlich hat die japanische Regierung die Bauwirtschaft aufgefordert, verstärkt das Material Holz in städtischen Gebieten zu verwenden. Mit den bislang problematischen Schwachstellen Erdbebensicherheit und Brandschutz kann dabei Dank neuester Technologien besser umgegangen werden.

Auch Kengo Kuma kritisiert den viel zu starken Hang zu Betonbauten in japanischen Städten, die die "japanische Kultur und Mentalität zerstören. Der Preis ist der Verlust der eigenen Identität. Wenn wieder Holz als das wichtigste Material gewonnen wird, können wir die Mentalität der Japaner zurückbekommen. Es ist mein Traum".

Foto: Daici Ano

Projektdaten:

Grundstücksfläche: 175,69 m² / Nutzfläche: 297 m²
Bauzeit: November 2012 - Dezember 2013

Stichworte:
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DETAIL 9/2018, Schulen

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