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Fotos: Hu Yi-Jie

Imaginäre Landschaften: Hotel in Chun’an

Der Qiandao-See ist eine Naturoase rund 200 Kilometer südwestlich der Millionenmetropole Shanghai. Seine Ufer sind – noch – größtenteils dicht bewaldet, die Seeoberfläche mit Hunderten kleiner, hügeliger Inseln gesprenkelt. Ein einziger größerer Ort, Chun’an, liegt am Ostufer des Sees, die restlichen Ufer sind eher dünn besiedelt oder als Naturreservate geschützt.

Allerdings macht sich auch am Qiandao-See zunehmend der Tourismus in Form von Ferienresorts breit. Eines davon ist in den letzten Jahren am nordöstlichen Seeufer gegenüber von Chun’an entstanden. Das „Qiandao Lake Jinxian Bay International Resort“ gruppiert sich um ein Hauptgebäude in Form einer riesigen Stufenpyramide. Direkt daneben steht das zum Resort gehörende »Ripple Hotel«: zwölf flache Bungalows, jeder zweigeschossig und 300 Quadratmeter groß, mit insgesamt 27 Zimmern. Entworfen wurden sie von dem deutschen Architekturbüro gmp architekten.


Mit der Innenausstattung des Hotels beauftragte der Investor das Shanghaier Planungsbüro XL Muse mit seiner Abteilung X+ Living. Die Innenarchitekten wollten in den Räumen eine imaginäre Landschaft entstehen lassen, die mit der realen Landschaft draußen vor den Fenstern korrespondiert. Dabei gingen sie eher sparsam vor; die weißen Wände und Decken der – bereits zwei Jahre zuvor fertiggestellten – Gebäude bleiben gleichsam als »Malgrund« überall sichtbar.


Schlichte Naturholzmöbel, Holzverkleidungen an den Wänden, Leuchtenschirme aus Korbgeflecht prägen die Schlafzimmer. Die Sofas und Betten, die auf Holzpodesten stehen, sollen an kleine Seen erinnern, in denen sich nach einem Kieselsteinwurf ringförmig die Wellen ausbreiten. Als »Kiesel« fungieren in diesem Bild die Sofakissen sowie bauchige Tonvasen. Türgriffe aus Holzpaddeln sowie entrindete Äste, die teils auf Wandbildern angebracht wurden und teils frei im Raum stehen, komplettieren die Innenausstattung. 


Ähnliche Holzpaddel bilden in der Hotellobby einen Raumteiler. Die dazu gehörigen »Boote« aus kräftig gemasertem Holz dienen als Sitzbank und Empfangstresen. Dominiert wird der Raum freilich von der Deckenverkleidung aus grobem Bambus-Flechtwerk. Die Leuchten sind – mit Ausnahme einiger Spots und Pendelleuchten– größten teils hinter dieser Abhangdecke untergebracht. Sie füllen den Raum mit gedämpftem Licht und erzeugen abwechslungsreiche Licht- und Schattenspiele an Wänden und auf dem Boden.

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