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Individualisierung im Fertighausbau

Gerade im Fertighausbau lassen sich die Vorteile digitaler Prozesse nutzbringend einsetzen. Sie ermöglichen kurze Produktions- und Montagezeiten bei kalkulierbaren Festpreisen und gewährleisten gleichzeitig einen hohen Grad an Flexibilität und Individualität der Grundrisse.

Axonometrie CLT-Elementierung, Montage der Elemente auf der Baustelle

Axonometrie CLT-Elementierung, Montage der Elemente auf der Baustelle

Fertighäuser verbinden noch immer viele Menschen mit standardisierten Grundrissen und einem Erscheinungsbild, das die Klischees vom Traumhaus Typ "Toskana"  unabhängig vom Standort und dem städtebaulichen Kontext vermittelt. Daher gehen Fertighausfirmen vermehrt dazu über, zusätzlich zu ihren Produkten von der Stange sogenannte "Architektenhäuser" anzubieten. Ein besonders flexibles Konzept solcher Architektenhäuser in Fertigbauweise stellt das "m3-Haus" dar.

Die beteiligten Partner sind ein Systemhaushersteller, das Innsbrucker Architekturbüro maaars sowie lokale Zimmereibetriebe, die die Häuser auf Grundlage digitaler Daten produzieren und aufrichten. Die Grundidee des m3-Hauses war es, ein zeitgemäßes und sehr wandlungsfähiges Haus zu entwerfen, das sich unterschiedlichen regionalen Traditionen anpassen kann. Die Grundkonzeption beruht auf einem Modul-Raster von 4 x 6 m. Drei Module bilden dabei eine Grundrisseinheit und werden beim Standardhaus mit zwei Geschossen ausgeführt. Die Belegung dieser Module ist flexibel.

Entwurfsprozess, Digitalisierung

Parallel zu den ersten groben Handskizzen erstellen wir bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt 3D-Modelle. Diese werden während des Entwurfsprozesses stetig weiter verfeinert und bilden einerseits die Basis für fotorealistische Visualisierungen, andererseits aber auch die Grundlage für die weiteren Arbeitsprozesse des CLT (Cross Laminated Timber -Brettsperrholz)-Herstellers.

Baustoff Brettsperrholz (CLT)

Bei CLT handelt es sich um flächige Holzbauteile, welche aus mindestens drei kreuzweise (rechtwinklig) miteinander verklebten Einschichtplatten hergestellt werden. Die Einzelbretter der Brettlagen müssen dabei sowohl in Längs- als auch in Querrichtung zu einer Einschichtplatte seitenverleimt sein. Sowohl die Schmalseitenverleimung der Einzelbretter als auch die kreuzweise Verbindung der Brettlagen erfolgt durch einen formaldehydfreien Leim. Die Oberflächen der Platten sind geschliffen, wobei das Ausgangsprodukt ein Format von 2,95 x 16 m hat. Die Plattenstärken sind von 50 bis 400 mm herstellbar.

Arbeitsvorbereitung - CNC-Abbund

Arbeitsvorbereitung - CNC-Abbund

Auf Basis der 3D-Daten wird zunächst eine Stückliste erstellt und eine Elementoptimierung durchgeführt. Dabei werden die einzelnen Teile - ähnlich einem Puzzle - auf die Grundplatten (2,95 x 16 m) virtuell aufgelegt und so lange verschoben, bis der minimalste Verschnitt gegeben ist. Die übrig bleibenden Restteile versuchen wir für allfällige weitere Möbelstücke etc. zu verwerten. Vom Systemhauspartner erfolgt die Datenübergabe dann direkt an das Herstellerwerk der CLT-Platten. In der CNC-Abbundanlage erfolgt der Zuschnitt der einzelnen Stücke.

Flächenbündiger Einbau - individuelle Details

Im CNC-Abbund lassen sich fast alle Formen und Ausschnitte generieren (Abb. 1, 2). Durch die eingesetzten Fräswerkzeuge sind die Möglichkeiten bei Sichtoberflächen besonders interessant. Beispielsweise sind beim realisierten Doppelhaus in Sistrans 5 mm starke Vertiefungen in den Wandelementen eingefräst, um Spiegel flächenbündig einbauen zu können (Abb. 3 und 4). Praktisch ohne Mehraufwand konnte auch das Regenduschelement im Badezimmer wandbündig eingebaut werden. Bei einem anderen Projekt konnten wir eine durchgehend organisch geformte 200 mm starke und 10 m lange Treppenwange in einem Stück herstellen und montieren.

Logistik - Montage

Logistik - Montage

Um einen reibungsfreien Montageablauf zu garantieren, ist es wichtig, Ladefolgen bereits im Werk zu berücksichtigen - ein entsprechender Plan hierfür wird vom Systemhauspartner erstellt. Ebenso ist auch die Zugänglichkeit der Baustelle zu prüfen, um frühzeitig eine Auswahl geeigneter Transportfahrzeuge (Sattelzug, gelenkter Sattelzug etc.) treffen zu können. Bei optimalem Bauablauf beträgt die Montagezeit für ein Einfamilienhaus rund ein bis zwei Tage.

Den ausführlichen Beitrag finden Sie in: DETAIL 05-2010, S. 488f.

Fotos: Stora Enso Timber

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