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Foto: Masao Nishikawa

Innovation im Trockenbau: Das KOIL in Japan

Mit einem vielfältigen Angebot an verschiedenen Arbeitsplätzen, vom Einzelplatz bis zum Konferenzraum, beherbergt das Kashiwa-No-Ha Open Innovation Lab (KOIL) in Wakashiba nahe Tokio weitreichende Möglichkeiten für die Co-worker-Gemeinde und für junge Start-Up Unternehemen. Neben einem Co-working-Bereich mit 170 Arbeitsplätzen, finden sich hier auch Gruppenräume für Meetings und Workshops in unterschiedlichen Größen, eine Prototypen-Werkstatt, der unerlässliche Drucker- und Kopierbereich sowie ein Café. Auf der Basis kurzzeitiger Miete von wenigen Stunden bis zu einigen Tagen können im KOIL unterschiedlichste Arbeitsgemeinschaften gegründet werden. Sie versprechen weitreichende Freiheit, ohne langfristige Verpflichtungen.
Mit besonderem Augenmerk auf die Unterschiede der verschiedenen Nutzer, hat das Tokioter Büro den Grundriss in zwei Bereiche getrennt, die von einem langen Korridor durchschnitten werden. Während auf der nördlichen Seite des Korridors vor allem der große Co-working-Bereich und kleinere Besprechungsmöglichkeiten angesiedelt sind, befinden sich südlich die Konferenzbereiche und Serviceräume, wodurch die unterschiedlichen Nutzergruppen sich bei der Arbeit nicht gegenseitig beeinflussen. Direkt am Empfang des KOIL befindet sich neben den Sanitärbereichen auch der Zugang zum Café, welches die Nutzung der Räumlichkeiten ganztäglich ermöglicht. Um das heterogene Betriebsklima mit seinen verschiedenen Arbeitsgruppen möglichst unkompliziert und frei zu gestalten, setzen Inokuma Architects in den Räumlichkeiten auf DIY-Charme statt auwändiger Einbauten und Oberflächen: Rohe Trockenbauwände, freiliegende Versorgungselemente unter der Decke und ein bewusst rohes Materialkonzept, fordern die »Nutzer auf Zeit« dazu auf, sich den Arbeitsplatz nach eigenen Vorstellungen und Ansprüchen zu gestalten. Dies dient sowohl der Eigenverantwortung für den reibungslosen Betrieb, als auch der Gruppendynamik. Durch die puristische Direktheit der Innenräume wird der Arbeitsbereich aufgewertet, während das Äußere lediglich dem pragmatischen Nutzen dient. Um die Größe des KOIL nicht nur durch die Verarbeitung der Oberflächen und Materialien zu parzellieren, haben Naruse Inokuma weiterhin verschiedene Deckenhöhen und Lichtstärken vorgesehen, welche die verschiedenen Arbeitsbereiche unterscheiden. So findet sich in den Erschließungsbereichen die größte Deckenhöhe und das hellste Licht. Die Besprechungsbereiche heben sich ihrerseits von der Lichtstärke und der Deckenhöhe des Co-working-Bereichs ab und schaffen so eine Zonierung, die die Größe des Gesamtkomplexes aufbricht und unterscheidbar, heterogen macht.
Durch unterschiedliche Materialien, Lichtqualitäten und Raumvolumen entstehen individuelle Bereiche, ohne die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit zu stören. Die Heterogenität der Innenräume dient als Motor für die gemeinschaftliche Arbeit auf der Suche nach Innovation, indem die einzelnen Arbeitsbereiche unterschieden, aber nicht getrennt werden.

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