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H7 Verwaltungsbau, Andreas Heupel Architekten, Foto: Christian Richters

Innovativer Holz-Hybrid: Prämiertes H7 von Andreas Heupel Architekten

Auf einem schmalen Grundstück fügt sich das H7 – im Westen begrenzt durch den Kanal – in den Raum zwischen die angrenzenden Bauten ein. Nach Süden hin spannt es mit seinem Nachbarn einen Vorplatz auf, über den die Erschließung erfolgt. Um die geringen Ausmaße in Querrichtung zu kompensieren nutzen die Architekten die Höhe. Sieben Geschosse umfasst der Baukörper, der sich als kompaktes Volumen präsentiert. Rücksprünge ermöglichen Terrassen und Außenflächen auf sämtlichen Ebenen.

Das Konzept des H7 beruht auf einem Mix aus Transparenz und Geschlossenheit. Bis auf champagnerfarbene Rahmenprofile zur Gänze verglast, bieten die Stirnseiten Einblick in die Konstruktion des Baus. Im Gegensatz dazu präsentieren sich die Längsfassaden geschlossen und geprägt von den sieben Geschossen. Auf die gesamte Länge reihen sich in einem regelmäßigen Raster raumhohe Fenster aneinander. Eine Terrakottafassade in drei Moosgrüntönen fasst diese ein und zeichnet mit ihren gezielt unrhythmischen Farbverläufen ein lebendiges Bild auf die Ansichten. Sie umspielt die Verglasungen und erhält je nach Winkel der Sonne eine unterschiedlich schimmernde Optik. Ein Relief aus horizontalen Linien strukturiert die Terrakottaelemente. Diese Zeichnung korrespondiert mit dem Sonnenschutz der Fenster, der ebenfalls aus horizontalen Latten besteht. Er greift in seiner Farbgebung die Rahmenprofile der Queransichten wieder auf.

Bei dem H7 handelt es sich um einen Fertigteilbau. Die Fassadenelemente kamen mit bereits eingebauten Fenstern an die Baustelle, wo sie mit den Bodenmodulen verbunden und über Ortbeton, der die Brandabschnitte organisiert, ausgefertigt wurden. Brandschutztechnisch ermöglicht die innovative Planung einen vollkommen neuen Umgang mit dem Werkstoff Holz. Über Anpassung der Querschnitte wurde beispielsweise die Kapselung der Einzelteile überflüssig und ermöglicht, dass die Balken frei einsehbar bleiben können. Eine zentral positionierte Achse aus Stahlbeton, die sich längs durchzieht, fungiert als statisches Rückgrat des Massivholzbaus. Sie nimmt den Erschließungsbereich mit auf und ist nach außen hin klar ablesbar.

Das Raumprogramm des Verwaltungsbaus umfasst neben Büros außerdem Seminar- und Bistroflächen im Erdgeschoss sowie – dem Nachhaltigkeitsgedanken entsprechend – Duschen für Radfahrer. In Hinsicht auf die Gestaltung setzt man im Inneren auf die Wirkung der Konstruktion – Sichtbeton in Kombination mit unverkleideten Holzoberflächen. Sie verleihen den Decken in Form von Konstruktionshölzern, sowie Akustikplatten Struktur und zeichnen die Kraftverläufe des Baus nach. Die Räume sind hell und profitieren von den großzügigen Verglasungen.

In Sachen Nachhaltigkeit spielen im H7 gleich mehrere Komponenten zusammen, die ihn auch abseits seiner Fassadengestaltung zu einem wahrlich grünen Bau machen. Die Verwendung des Baustoffes Holz an sich brachte alleine 262 Tonnen CO2-Einsparung im Vergleich zu herkömmlichen Betonkonstruktionen. Zudem setzt man bei der Raumtemperierung auf Fernwärme, beleuchtet mit LED und installiert eine Photovoltaikanlage. Damit repräsentiert das Gebäude den gewünschten ökologischen Charakter des Bauherrn in jeglicher Hinsicht.

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