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Innovatives Lüftungssystem in Ingolstädter Wohnanlage installiert

Foto: Meltem, Alling

Die Gebäude der Wohnanlage »An der Donau« in Ingolstadt wurden im KfW-60 Standard konzipiert. In diesem Zusammenhang ist ein Jahresprimärenergiebedarf von maximal 60 kW/h pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr vorgeschrieben. Um diesen einhalten zu können, sah der Architekt Tobias Brand aus Ingolstadt für die einzelnen Wohneinheiten die Installation einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung vor.

Da nicht alle Zimmer mit einer Lüftung ausgestattet werden sollten, bot sich ein dezentrales System an. Bei dieser technischen Variante werden die Geräte im Innenbereich der Außenwände installiert, sodass die Lüftungsstutzen in der Regel auf der Fassade zu sehen sind. Grundlage des Systems bildet das Lüftungs- und Wärmerückgewinnungssystem »M-WRG« von Meltem, das in der Außenwand direkt neben dem Fenster installiert wird. Im Normalfall werden Zu- und Fortluft durch untereinander angeordnete Stutzen, die direkt in die Gebäudefassade integriert sind, angesaugt bzw. abgeleitet.

Mithilfe eines winkelförmigen Umlenkstücks wurden bei dem Bauvorhaben in Ingolstadt beide Luftkanäle verlängert. Die Kanäle sind so flach gehalten, dass sie problemlos in die Außenwand zu integrieren sind. Sie enden direkt in der Fensterleibung und sind damit für einen vor dem Gebäude stehenden Betrachter kaum sichtbar. Eine Metallblende bildet den äußeren Abschluss. Die einzelnen Wohnungen wurden mit einer unterschiedlichen Anzahl von Lüftungsgeräten ausgestattet. In der Regel erhielten die Schlaf- und Kinderzimmer sowie die Küche je ein Gerät, das mit drei verschiedenen Lüftungsstufen arbeitet. Während der Heizperiode wird die verbrauchte, warme Raumluft über einen Aluminium-Kreuzstrom-Wärmeübertrager abgesaugt. Dabei wird ihr die Wärme entzogen und an die gleichzeitig getrennt zugeführte Frischluft übertragen. Ca. 76 % der Wärme lassen sich so zurückgewinnen. Außerdem gelangt die Zuluft auf diese Weise bereits vorgewärmt in den Wohnraum. Das bedeutet nicht nur höheren Wohnkomfort, da die Lufttemperatur immer gleich bleibt, sondern auch eine Senkung der Heizkosten.

Bei einer Wohnung von 80 m² lassen sich so pro Jahr ca. 110 l Heizöl EL bzw. etwa 110 m³ Erdgas einsparen. Bei einer angenommenen Beheizung mit Erdgas würde der CO2-Ausstoß für diese Wohnung um ca. 0,28 t sinken. Der Vorteil beim Einbau einer Lüftungsanlage liegt nicht nur darin, dass Heizkosten eingespart werden, sondern auch in einer Verbesserung des Wohnklimas. Die Versorgung mit Frischluft ist kontinuierlich gewährleistet. Im Gegensatz zur klassischen Fensterlüftung treten bei einer Lüftungsanlage keine unangenehmen Zugerscheinungen auf. Die Raumtemperatur bleibt stets konstant, da die Frischluft vorgewärmt zugeführt wird. Mit der verbrauchten Luft werden gleichzeitig auch Schimmelpilzsporen, Milben und andere in der Raumluft befindlichen Schadstoffe wie z.B. Ausdünstungen aus Möbeln und Teppichen sowie schädliches CO2 nach außen transportiert. Zusätzlich lassen sich die Geräte auf Wunsch mit einem speziellen Allergikerfilter ausstatten, der auch Feinstaub herausfiltert. Außerdem ist ein Aktivkohlefilter erhältlich, der Gerüche und die Schadabgase von Treibstoffen bindet und die Luft von Stickoxiden und Ozon befreit.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 10/2009

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