You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
ARGE HPP und ASTOC, HRW Muehlheim an der Ruhr, Christa Lachenmaier

Inszenierte Anomalie: Neubau Hochschule Ruhr West HRW

Das Entree und sogenannte »Campusfoyer« des Hochschulgeländes lässt sich von der Duisburger Straße aus erreichen und führt unmittelbar zum Zentrum und zum »Höhepunkt« des Gesamtkomplexes. Hier hebt sich in bewusst inszenierter Anomalie ein würfelförmiger Kubus hervor, der sich in mehrfacher Hinsicht von seinen Nachbarn unterscheidet. Als Universitätsbibliothek liegt hier wortwörtlich das Wissen aller Forschung nicht nur symbolisch verborgen. Rote Lamellen schmücken deutlich stärker als bei seinen Nachbarn die ansonsten zurückhaltenden und hellen Klinkerfassaden. Der »rote Faden« zieht sich aber konsequent durch den gesamten Komplex, bildhaft scheint es dabei fast so als würden sich einzelne Farbakzente vom Mittelpunkt aus auf die anderen Gebäude verteilen – ebenso wie das Wissen auf die einzelnen Institute.  

Durch Höhe, Kubatur und Fensteranordnungen überwiegend horizontal erscheinend, bilden die insgesamt acht Hochschulgebäude auf einer Fläche von 62.000 Quadratmetern ein eigenständiges Quartier, das sich in Volumen und Höhenentwicklung seiner Umgebung anpasst und sich bewusst zum Stadtteil öffnet. Dabei wirken die vier Institutsgebäude, die Mensa, das Hörsaalgebäude und das Parkhaus niedrig, hell und zurückhaltend und lassen öffentliche Plätze zum Verweilen, zum Zusammenkommen und zum Vermischen der Areale entstehen. Lediglich die Bibliothek sticht höhenmäßig etwas hervor und bildet Orientierungs- sowie Identifikationspunkt des Areals.

Aufgrund der überwiegend technischen Ausrichtung der Studiengänge wurden laut Architekten ebenso hohe Ansprüche an Klimaverträglichkeit und Versorgungstechnik gelegt. Die vorher einseitig genutzte Infrastruktur entlang der Duisburger Straße wird jetzt nicht nur von Studenten neu belebt und durch den neuen Campus aufgewertet. Hier entsteht die Schnittstelle zwischen Neu und Alt, zwischen Bestand und Fortschritt und zwischen Stadt und Hochschule. Rote Farbakzente ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch das gesamte Campusareal und tauchen in zahlreichen Details immer wieder auf. In sich stimmig in Konzept, Kubatur und Farbgebung bleibt nun wohl nur noch abzuwarten wie die Anwohner den neuen Studentenmagneten aufnehmen.

Kurze Werbepause

Fotografin: Christa Lachenmaier

Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.