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Mecanoo Architects, KRONA Kulturzentrum, Kongsberg, Norwegen, Fotos: Mecanoo Architects

Inszenierte Lebhaftigkeit: Wissenschafts- und Kulturzentrum Kongsberg

Das Krona erweitert Kongsberg um eine weitere kulturelle und wissenschaftliche Institution und ermöglicht dabei Interaktionen zwischen verschiedensten Disziplinen. Mit einer Varianz divergenter Funktionen und entlang eines der ältesten Universitätsgebäude Norwegens beherbergt es in erster Linie neue Räumlichkeiten für Lern- und Techniklabore zweier Universitäten und eine dazugehörige Bibliothek. Additiv finden aber auch eine öffentliche Bücherei, drei Kinos, ein Auditorium und Räume für die Gemeinde Platz in dem 24.000 m² großen Komplex.  All diese situieren sich um einen zentralen Luftraum, durch den die Besucher auf ihrer Reise durch das Gebäude intuitiv geleitet werden. In Szene gesetzte Sichtbetontreppen verkörpern die Erreichbarkeit der verschiedenen Etagen und deren Räumlichkeiten. Dabei entstehen visuelle Bezüge der öffentlichen Funktionen und eine permanente Interaktion der Besucher.

Die Kubatur entwickelt sich entlang der Grundstücksgrenzen und belässt eine große Freifläche. Eine Art Amphiteater im Norden schafft Platz für Veranstaltungen mit grüner Kulisse und bindet den Außenraum in das Gebäudekonzept mit ein. Vorfabrizierte Elemente aus lokalen Materialien bilden eine Fassade aus rauen Holzlamellen, die indirekt Bezug zur umliegenden, norwegischen Bebauung aufnehmen. Zudem stehen sie im Kontrast zum Beton des Interieurs und silberfarbigen Akzenten der Fassade. Laut Architekten sollen Räume wie die Bibliotheken das Gefühl vermitteln vom eigentlichen Gebäude abgetrennt und zum Kirchhof zugehörig zu sein. Die Wahl des Bodenbelags unterstützt dieses Gefühl, indem der steinerne Boden der umliegenden Höfe Im Innenraum nachgezeichnet und in das Gebäude hineingezogen wird. Auch wenn sich das Gebäude auf den ersten Blick nicht an seine Umgebung anzupassen scheint, gelingt den Architekten so auf subtile Art ein Konzept der Materialkontinuität.

Die Prämisse der Gestaltung von Lebhaftigkeit drückt sich auch in der flexiblen Nutzung des Gebäudes aus. So lässt sich das Auditorium ebenso als Theater nutzen und auch kleinere Räume sind vielseitig nutzbar. Am Abend transformiert sich die Kantine in ein öffentliches Café, die öffentliche Bibliothek fungiert als Theaterfoyer und die Kunstgalerie wird zum Foyer des Filmcenters. Verschiedene Versammlungsräume ermöglichen eine Reihe an Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, Meetings, Konzerte und andere Events. Auch das Auditorium inmitten des Gebäudes lässt eine Vielzahl divergenter Nutzungen und Konfigurationen zu. All diese Unterhaltungsräume wurden so offen und so flexibel wie möglich gestaltet und kreieren eine lebendige, soziale Atmosphäre. Große Glasflächen schaffen visuelle Bezüge zur Nachbarbebauung und eine Verbindung zum städtischen Kontext. Adaptiv und flexibel schlägt das Zentrum so die Brücke zwischen Wissenschaft und Kultur und lässt eine ungewöhnliche Typologie entstehen, die von ihren Besuchern bespielt wird und sich selbst zurücknimmt.

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weitere Informationen:

Programm: Kultur- und Bildungsbereiche, 3 Kinos, öffentliche Bibliothek, Auditorium mit 600 Sitzen und Gemeindefunktionen

Größe: 24.000 m² (inkl. universitärer Räumlichkeiten)

Fotos: Mecanoo

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