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Intelligentes Licht für Giottos Freskenzyklus

In der Scrovegni-Kapelle in Padua, einem Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst, befindet sich der wohl größte Freskenzyklus von Giotto. Er gilt als Gipfels seines Schaffens und verkörpert Giottos künstlerisches Hauptwerk. Die zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtete Kapelle wurde zwischen 1303 und 1305 von Giotto mit einem Gemäldezyklus ausgestattet. Der Aufbau der gemalten Erzählung folgt den Vorgaben der asymmetrischen Form des Gebäudes mit seinen sechs Fenstern auf der Südseite. Die asymmetrische Verteilung der Fenster im Inneren der Kapelle führte von Anfang an dazu, dass sich das Sonnenlicht ungleich verteilt: Die Fensterwand wird weniger vom natürlichen Licht bestrahlt als die ihr gegenüberliegende Wand. Die Folgen: das Gleichgewicht im Ambiente wird verschoben und es kommt zu unangenehmem Gegenlicht für die Betrachter.
Bessere Lichtwirkung

Das Institut für Photometrie der Hochschule für Konservierung und Restaurierung in Rom und Iguzzini haben nun gemeinsam ein intelligentes Beleuchtungssystem entwickelt, das die Details der Fresken besser herausarbeitet als die bisherige Beleuchtung. Möglich machen dies integrierte LED-Leuchten, Umgebungssensoren, eine Software und ein Internetprotokoll. An die architektonischen Eigenschaften des Standorts angepassten Leuchten des Typs Palco COB und Laser Blade mit hohem Farbwiedergabeindex verbessern die Wahrnehmung der warmen Nuancen der Fresken. So kommen nun die Heiligenscheine und die Vergoldungen im Inneren besonders gut zur Geltung. Zudem verbessert die Anlage die Konservierungsbedingungen: Die UV- und IR-Emissionen werden vollkommen ausgeschlossen, die Risiken, den Gemäldezyklus zu beschädigen, vermieden.

Dynamisches Licht
Leuchten mit Tunable-White-Technologie regulieren den Farbton des weißen Lichts dynamisch mit der sich verändernden Intensität des natürlichen Lichts und stellen damit sicher, dass die Kunstwerke den ganzen Tag über bestmöglich wahrgenommen werden. So messen in einer ersten Phase die speziell für die Kapelle geplanten Sensoren die Veränderungen des natürlichen Lichts; anhand der erfassten Daten lässt sich anschließend über einen Algorithmus ein dynamisches System intelligenten Lichts aktivieren, das in der Lage ist, das künstliche Licht an die sich verändernden Umgebungsbedingungen anzupassen. Das System arbeitet über Internetprotokoll, ist in Form von Sensorknoten skaliert und mit dem Internet kompatibel. Jeder Sensorknoten ist also remote erreichbar, um die gemessenen Daten anzuzeigen oder die Einstellungen zu ändern.

iguzzini.com

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