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Jakob Zöbl - DETAIL Stipendiat 2017/2018

Lebenslauf:
Jakob Vinzenz Zöbl, geboren 1989, hat 2014 seinen Bachelor im Fachbereich Architektur an der Technischen Universität Graz erfolgreich abgeschlossen. Zuvor arbeitete er 6 Monate bei Daniele Marques in Luzern. Es folgten mehrere Studienreisen durch Italien und die Schweiz. Seit 2015 ist Jakob Vinzenz Zöbl Studienassistent am Institut für Gebäudelehre an der TU Graz. Neben dem Studium war er zusätzlich als Projektmitarbeiter am Institut für Architekturtechnologie sowie in mehreren Grazer Architekturbüros tätig - unter anderem bei eep Architekten, Nussmüller Architekten, tmp Architekten. Derzeit schreibt er an seiner Masterarbeit.

Was bedeutet das DETAIL Stipendium für Sie bzw. was erwarten Sie sich davon?
Das Stipendium sehe ich in erster Linie als Auszeichnung meiner Arbeit, welche mich sehr ehrt und mich in meinem Schaffen bestärkt. Am Ende meines Studiums angelangt, bedeutet es vor allem eins, Freiheit. Eine Freiheit, welche mir erlaubt mich auf meine eigenen Projekte zu konzentrieren und noch viel wichtiger - mir die entsprechende Zeit dafür zu nehmen. Ich denke, dass dies essentiell ist für eine selbstständige Entwicklung und um sich innerhalb der Architetkur eigenständig positionieren zu können. Für diese Unabhängigkeit die mir das Stipendium bietet und die Gelegenheit mich stärker zu verwirklichen mit dem was ich mache, bin ich sehr dankbar. Ich erwarte mir ein spannendes und vor allem produktives Jahr in jeglicher Hinsicht.

Welchen Stellenwert hat die Architektur in ihrem Leben und welche Themen beschäftigen Sie sonst noch?
Abseits der Architektur gibt es für mich eine große Leidenschaft - die Natur. Sie stellt für mich ein Pendant, eine Art Ausgleich zur doch sehr künstlich erscheinenden Welt der Architektur dar. Diese Dichotomie und die damit in Verbindung stehenden Grenzen dieser ambivalenten Beziehung, die oft schwer zu definieren sind, faszinieren und beschäftigen mich.
Architektur ist allgegenwärtig, sie ist notwendig und umgibt uns alle. Mir gefällt genau diese Komplexität, das breite Spektrum das diese Disziplin bietet. Der Gedanke daran, etwas aus einer Idee heraus zu denken, zu entwerfen und letzten Endes dann zu bauen, interessiert mich und treibt mich in meinen Projekten voran. Das Arbeiten mit meinen eigenen Händen spielt dabei eine extrem wichtige Rolle. Modelle oder auch Möbel zu bauen, Details zu entwickeln oder einfach rohe Materialien wie zum Beispiel Beton zu verarbeiten, bereitet mir große Freude. Architektur ist für mich ein Handwerk, eine Leidenschaft, eine Kunst. Mein Aufenthalt in der Schweiz hat mein architektonisches Denken stark geprägt. Es waren und sind jene Bauten, welche mich am meisten faszinieren, die scheinbar an jedem beliebigen Ort funktionieren - und dennoch eine ganz spezifische Qualität für genau diesen Ort bilden. Sie suggerieren Beliebigkeit und manifestieren dies in Einzigartigkeit.
“....denn ich gehöre zu denen, die glauben, dass wir einen universellen ästhetischen Wert in uns tragen, unabhängig von Geschichte, Ideologien oder Inhalten. ... Der menschliche Geist sucht ein abstraktes Vorbild zu erreichen, das in seinem Inneren lebt, und ein Werk ist in dem Masse gültig, wie es an dieses absolute, vollkommene Bild erinnert“ – Livio Vacchini



Projektbeispiel:

PAVILLON IM PARK - Museum für Fotografie
Betreuung: Hans Gangoly, Eva Sollgruber 

Kurze Werbepause

Der Entwurf versucht an einem Ort, der historisch gesehen ein Grenzraum zwischen Altstadt und Gründerzeitbauten ist, einen Zusammenhang zwischen Fotografie und Architektur herzustellen. Beide Disziplinen scheinen sehr ähnlich zu sein und bewegen sich irgendwo zwischen Kunst und Wissenschaft. Auf der einen Seite die stark technische Komponente, auf der anderen der künstlerische Zugang. Doch was macht ein Foto oder ein Bauwerk eigentlich zu Kunst? Ein Foto ist in der Lage Emotionen im Auge des Betrachters auszulösen. Erlebt man dies, so scheinen die Fragen nach dem warum und dem wieso in den Hintergrund zu treten. Was bleibt ist das Bild an sich. Der Entwurf versucht genau diesen Bezug herzustellen. Architektur zu schaffen, die nicht erklären muss, die nicht repräsentiert oder sich anpasst - sondern Architektur die für sich steht und genau wie die Fotografie in der Lage ist, Gefühle erfahrbar zu machen.
Das Erdgeschoss ist offen konzipiert, frei gespielt von baulicher Struktur und gewährt Einblicke und Durchblicke. Die Idee dabei ist, dem Menschen öffentlichen Raum zurückzugeben denn derzeit ist der kleine Park von Verkehrsflächen und Radwegen umringt, welche ihm jegliche Qualität entziehen. An genau diesem Ort fasziniert mich die Überlegung ein Gebäude zu entwickeln, das keine Richtung besitzt, keinerlei Hierarchie und somit von allen Seiten gleichermaßen zugänglich ist. Ein transparentes, zurückversetztes, auf einem Sockel ruhendes Erdgeschoss vermittelt genau diese Eigenschaft. Eine Kolonnade bildet die diffuse räumliche Grenze zwischen Innen und Außen.
Ziel war es, eine möglichst große Diversität in Hinblick auf Struktur und Raum im Inneren zu erzeugen. Im Untergeschoss befindet sich die Wechselausstellung. In einem Rundgang durchschreitet man die unterschiedlichen Raumsequenzen. Im ersten Obergeschoss gelangt man ins Schaulager des Museums, welches zusätzlich von oben durch ein Wasserbecken belichtet wird. Rund herum sind die Personalräume und Büros mit eigener Erschließung angeordnet. Durch einen schmalen Durchgang betritt man das oberste Geschoss. Elliptisch angeordnete Säulen leiten durch die Dauerausstellung. Ein völlig introvertierter, frei gespielter Raum, in dessen Mitte - ein begehbarer Innenhof. Ein Ort der Ruhe im urbanen Kontext, mit einem gerahmten Ausblick nach oben.

Statement der Jury zu den eingereichten Arbeiten von Jakob Zöbl:
Jakob Zöbl zeigt in seiner Arbeit, dass er die Mittel der Architektur beherrscht – von der großen Geste bis hin zur konstruktiven Durchdringung vergleichsweise kleiner Objekte. Die darstellerische Qualität der Projekte ist hervorragend, sowohl was die Stimmungsbilder als auch was die technischen Zeichnungen angeht. Die Bandbreite reicht von eher konstruktiv geprägten bis hin zu atmosphärisch, stimmungsvollen Architekturen, die auch den Innenraum einbeziehen. Der Stipendiat geht seinen eigenen Weg in der historisierenden Semantik und versucht, eine eigene Poesie zwischen den Zeiten zu finden.

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