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Photo: Museum f. Gestaltung Zürich

Jasper Morrison: Thingness

In Kooperation mit dem Centre d’innovation et de design au Grand-Hornu, Belgien, wurde eine
Ausstellung mit dem passenden Titel »Thingness« initiiert, um die Philosophie und Herangehensweise des 56-jährigen Engländers verständlich zu machen. Unaufgeregt, funktional, der Form untergeordnet und archetypisch ist sein Verständnis von gutem Produktdesign – eben »supernormal«. Ein Begriff, den er zusammen mit seinem Kollegen Naoto Fukasawa prägte und ein neues Designverständnis einläutete.
Vor kurzem vom Magazin A&W zum Designer des Jahres gekürt, versucht der Querdenker der Funktionalität auf den Grund zu gehen und Wege aufzuzeigen, wie altbewährte und oft gerade deswegen überzeugende Lösungen in die Massenproduktion überführt werden können. So sind historischer Bezug, Produktions- und Materialgerechtigkeit, aber vor allem der Beitrag zur Atmosphäre eines Raumes die relevanten Werte seiner Arbeit.

Entwickelt hat Morrison sein Designverständnis in den 80er-Jahren, also mitten in der Postmoderne. Eine Epoche, in der seiner Meinung nach eine unverhältnismäßige Überbewertung der Formgebung stattfand. Entsprechend kritisiert er effekthascherisches und aufsehenerregendes Design: »Too much importance is attached to the physical appearance of an object«, verdeutlicht Morrison diesen Aspekt.
Designer sollten mehr von dem Natürlichen und Geheimnisvollen übernehmen, das anonymen Gegenständen ohne schöpferisches Ego so oft anhaftet. »Wenn ich ein Produkt entworfen habe und man gar nicht mitbekommt, dass ein Designer am Werke war, dann habe ich meinen Job gut gemacht«, erklärt der in New York aufgewachsene Gestalter. Er sieht deshalb den Wert eines anonymen Gegenstandes in der Tatsache, Designer daran zu erinnern, dass im wahren Leben ein Gegenstand, um bestehen zu können, auf seine langfristige Nützlichkeit angewiesen ist. Leider hat sich nach seiner Einschätzung dieser Ansatz bisher nicht manifestiert. Im Gegenteil, selbst einfache Haushaltsgeräte, früher typischerweise fast immer anonym, gibt es heute nur noch mit Namen. Verantwortlich für diese Entwicklung ist zum großen Teil das Marketing, deren Hauptargument für einen erfolgreichen Marktabsatz nach Produktindividualität und Alleinstellungsmerkmalen verlangt. Das geschieht häufig auf Kosten des gestalterischen Aspekts.

Dass Produkte nicht nur als solches zu betrachten sind, wird in »MyCollection« verdeutlicht, denn nach Ansicht von Morrison macht die zugrunde liegende Entstehungsgeschichte das Produkt erst interessant. Zu jedem der ausgestellten Exponate hat Jasper Morrison ein Statement verfasst, warum er sich gerade für dieses Objekt entschieden hat. Solch eine Art der persönlichen Interpretation macht es für das Publikum belebend und äußerst attraktiv zu verstehen, was den Designer im Grundsatz ausmacht, inspiriert und schlussendlich antreibt.

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