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Jüdisches Gemeindezentrum in Mainz

Expressive Silhouette, irisierende Keramikfassade, der Synagogenraum mit Ornamentrelief aus hebräischen Buchstaben: das Mainzer Jüdische Gemeindezentrum des Architekten Manuel Herz ist ein faszinierendes Gebäude, das vielschichtig Bezug nimmt auf die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Mainz und die Bedeutung des geschriebenen Wortes.

Architekten: Manuel Herz Architekten, Basel

Jüdisches Gemeindezentrum in Mainz
Foto: Christian Schittich

Im gründerzeitlichen Wohnviertel der Mainzer Neustadt schimmert ein skulpturales Gebäude hinter den Alleebäumen hindurch: das jüdische Gemeindezentrum, errichtet am Ort der einstigen Hauptsynagoge, die 1938 in der Pogromnacht zerstört wurde. Städtebaulich antwortet der Neubau als mehrfach abknickendes Band auf die Blockrandbebauung. Zugleich entsteht ein öffentlicher Platz vor der Synagoge, deren hochaufragendes Dach den Baukörper im Osten abschließt. Seine expressive Silhouette ist inspiriert vom Schriftzug »Keduschah«, dem hebräischen Wort für Erhöhen oder Segnen. Die Schrift wird hier buchstäblich zum raumbildenden Element und versinnbildlicht die große Bedeutung des geschriebenen Wortes in der Geschichte des Judentums.
Die irisierende Fassadenbekleidung aus dunkelgrünen Keramikelementen überrascht mit einer Vielzahl von Schattierungen, je nach Lichteinfall von fast schwarz bis zu spiegelndem Silber. In konzentrischen Mustern um die Fensteröffnungen angeordnet, verleihen die dreieckigen Stäbe den Wandflächen eine perspektivische, dreidimensionale Wirkung.
Die Synagoge, das geistige Zentrum des Gebäudes, ist ein in sich ruhender Zentralraum, belichtet von einem großen Oberlicht. Die Wandflächen überzieht ein Gips-Ornamentrelief aus hebräischen Buchstaben in einem warmen gold-bronzenen Farbton. An einigen Stellen verwandelt sich das abstrakte Muster zu »Piyutim«, mittelalterlichen religiösen Dichtungen von Mainzer Rabbinern. Sie verweisen auf die einstige Bedeutung der Stadt Mainz als Zentrum jüdischer Lehre und Religion.

Jüdisches Gemeindezentrum in Mainz
Jüdisches Gemeindezentrum in Mainz
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2011

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