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Foto: archphoto, inc © baumschlager eberle

Justitia mit Aussicht: Gerichtsgebäude in Caen

Justitia, die Personifikation der Gerechtigkeit, ist auf allegorischen Darstellungen meist mit Waage und Augenbinde versehen. Die symbolische Bedeutung ist klar: Sie soll unbeeinflusst vom Ansehen der Kläger und Beklagten ihr Urteil fällen.

Hingegen sind Justitias Gäste im nordfranzösischen Caen keineswegs mit Blindheit geschlagen: Im ersten von fünf Geschossen kragt ein voll verglaster Umgang weit über den kubischen Baukörper hinaus. Dort offenbart sich den Gästen, die auf ihre Verhandlung warten, ein Panoramablick über die Halbinsel im Fluss Orne, auf dem das neue Gerichtsgebäude steht.

Den Planungsauftrag haben be baumschlager eberle im buchstäblichen Sinne geerbt: Ursprünglich sollte der Neubau nach einem Entwurf des französischen Architekten Christian Hauvette entstehen. Nach dessen plötzlichem Tod 2011 übernahmen be baumschlager eberle das Atelier Hauvette und gemeinsam mit dessen ehemaligem Mitarbeiter Pierre Champenois auch die weitere Planung des Justizpalasts.

Champenois vergleicht den präzise komponierten Neubau mit einem griechischen Tempel. In der Tat lässt die Fassade mit den eng stehenden Lisenen aus Weißbeton an ein Peristyl denken, und auch die vollkommene Symmetrie des Baukörpers erinnert an das antike Vorbild. Die „Beletage“ des 20 Millionen Euro teuren Neubaus ist zweifellos das erste Obergeschoss, wo sich hinter dem verglasten Umgang die zweigeschossigen Gerichtssäle befinden.

Im Erdgeschoss führt ein breiter, zentraler Korridor vom Haupteingang vorbei an den Sicherheitsschleusen direkt in die grüne Mitte des 9000 m2 großen Gebäudes. Hier reicht ein kreisrundes Atrium über alle fünf Geschosse. Die drei obersten Geschosse beherbergen neben dem Jugendtribunal vorwiegend Büros und eine Cafeteria. Insgesamt arbeiten in dem Gebäude etwa 160 Personen. Für eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgt nicht zuletzt eine mit Grundwasser gespeiste Wärmepumpe, die den Justizpalast im Winter heizt und im Sommer kühlt.

 

 

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weitere Informationen:

Landschaftsarchitekt: Sempervirens paysagiste, Paris
Energiekonzept:
Egis Concept - Elioth  Montreuil
Haustechnik:
Egis bâtiments, Centre-Ouest Ifs

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