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Kongresszentrum Jonzac, TETRARC, Foto: Charly Broyez

Klangkörper: Tetrarc entwerfen Kongresszentrum Jonzac

Im ersten Schritt galt es, den Kalkstein zum Teil abzutragen, um das Kongresszentrum in die Umgebung einzubetten. Tetrarc Architekten reagieren auf die schroffe Landschaft mit einem monolithischen Bau ganz in Schwarz. Dieser setzt sich dem Gestein mit seinen Ecken und Kanten selbstbewusst entgegen. Am nördlichen Ende des langgezogenen Grundstücks lässt es nach Süden hin Platz für Außenraumgestaltung und Parkplätze.

Das Volumen setzt sich aus einem breiteren Süd- und einem etwas schmaleren Nordteil zusammen. Mit seinen verschieden geneigten Flächen fügt er sich zu einem kompakten Volumen, das an den zum Boden hin orientierten Teilen schräg nach innen abfällt und eine geschützte Situation zum Ankommen kreiert. Im unteren Bereich scheint sich der Baukörper über triangulierte Fensterflächen schlupflochartig zu öffnen – so zum Beispiel rund um den Haupteingang. Die Außenansichten des Kongresszentrums sind durchgehend in Schwarz gehüllt. Sie erhalten durch Aufkantung der einzelnen Materialstöße eine gerillte Optik.

Die Hauptnutzung des Kongresszentrums erfolgt über die Südseite, nach Norden orientieren sich lediglich versorgende Aktivitäten. Beim Betreten gelangt man in das offene Eingangsfoyer, das Organisation und Verteilung der Nutzer übernimmt. Als Galerie, die sich parallel zur angrenzenden Straße entlang der Südfassade des Kongresszentrums entwickelt, verbindet der Bereich sämtliche Räume und wird zum kommunikativen Ort des Aufeinandertreffens. Im ersten Obergeschoss eröffnet ein riesiges Panoramafenster Ausblicke in die umgebende Landschaft. Die Wandflächen sind fast zur Gänze in Weiß gehalten und lassen das Foyer dank der vielen Glasflächen lichtdurchflutet erscheinen. Vereinzelte farbliche Akzente setzen Treppen und Elemente in Holz.

Neben dem Foyer umfasst das Raumprogramm einen zweigeschossigen Seminarbereich im Westtrakt. Als nächstes schließt eine große Multifunktionshalle, die sich je nach Bedarf an diverse Events und Raumsetups anpassen lässt, an. Von Kongress mit Bestuhlung für über 400 Teilnehmer, bis hin zu frei gestaltbaren Expositionsflächen – auf unterschiedlichste Situationen kann im Nu reagiert werden. Weiters folgt eine Reihe an administrativen Räumen, in denen sich neben Technik und Kulinarik auch Lieferbereiche befinden. Tetrarc Architekten positionieren sie so, dass sie die zwei Veranstaltungsteile räumlich und lärmtechnisch voneinander abkoppeln. Abschließend folgt das unumstrittene Highlight des Baus: das Auditorium mit Platz für 500 Personen. Dieses gliedert sich mit Bühnen- und Publikumsbereich in zwei Zonen, die unterschiedlich performen. Neben Klang- und Resonanzaspekten, spielen auch Wartung und Technik eine wichtige Rolle. Der entstandene Saal umhüllt den Zuhörer in weichen Wellen, die schuppenartig aneinandergereiht scheinen und in ihrer Gestaltung neben optischem, vor allem zum akustischen Erlebnis werden. Sie bestehen aus einer Verbundkonstruktion aus Rattan und Gips, die sich der jeweiligen Vorteile der beiden Materialien bedient und die perfekte Kombination aus Masse und Oberfläche für die spezifischen akustischen Anforderungen darstellt.

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